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Allianz setzt auf neue Produkte und ältere Zielgruppe

Spezialangebot: - München - Der Versicherungsriese Allianz will für weiteres Wachstum im Inland verstärkt auf neue Angebote für ältere Kunden setzen. "Die demographische Entwicklung führt dazu, dass die Bevölkerungsgruppe der über 55-Jährigen zu einem immer größeren und zugleich zahlungskräftigeren Kundensegment wird", sagte der Chef der Allianz-Deutschland-Sparte, Gerhard Rupprecht.

Derzeit sei ein Spezialangebot des Konzerns für diese Zielgruppe noch unzureichend, räumte Rupprecht ein. "Diese Lücke wollen wir schließen."

Rupprecht zog ein Jahr nach der Bündelung der Inlands-Versicherungsparten zu der neuen Allianz Deutschland AG eine positive Bilanz. Insgesamt seien die Beitragseinnahmen 2006 im Inland um 3,1 Prozent auf 25,6 Milliarden Euro gestiegen. Der Jahresüberschuss lag den Angaben zufolge bei 1,7 Milliarden Euro. Der Konzern profitierte dabei insbesondere vom zunehmenden Trend zur Altersvorsorge. Alleine im Geschäft mit der Riesterrente und ähnlichen Produkten verzeichnete die Allianz ein Plus von rund 40 Prozent.

Der Gewinn der neuen Allianz Deutschland AG wäre den Angaben zufolge um 200 Millionen höher ausgefallen ohne die hohen Kosten der Konzern-Neustrukturierung, bei der ein Abbau von über 5000 Stellen beschlossen wurde. Die Allianz baute dabei bis Ende vergangenen Jahres 1555 Vollzeitstellen ab, dieses und kommendes Jahr fielen nochmals jeweils rund 2000 weg, ohne dass es dabei zu Entlassungen kommen solle. Rupprecht verteidigte den Personalabbau erneut: "Es geht bei dem Abbau nicht um reines Kostensparen", sagte der Manager. "Wir bauen Arbeitsplätze dort ab, wo schlicht keine Arbeit mehr da ist."

Rupprecht verwies darauf, dass der IT-Einsatz zahlreiche manuelle Arbeitsabläufe überflüssig gemacht habe. Derzeit arbeitet der Konzern daran, den gesamten Posteingang zentral zu digitalisieren und damit den Sachbearbeitern wesentlich schneller zugänglich zu machen. "Der technische Fortschritt ist so groß, dass wir darauf reagieren müssen, um nicht im Konkurrenzkampf unterzugehen", betonte Rupprecht.

2006 hat der Konzern fast in allen Sparten zulegen können. "Der Konjunkturaufschwung im vergangenen Jahr hat sich auf die deutsche Versicherungswirtschaft insgesamt positiv ausgewirkt", sagte Rupprecht. Nur im Teilbereich der Sachversicherung verringerten sich die Einnahmen wegen des harten Wettbewerbs im Kfz-Bereich um 0,5 Prozent auf 9,5 Milliarden Euro. Allerdings profitierte der Konzern zugleich von weniger Schadensfällen: "Erfreulicherweise fahren die Verkehrsteilnehmer immer vorsichtiger", sagte Rupprecht.

Die Allianz-Leben profitierte insbesondere vom Geschäft mit Zusatzrenten und verzeichnete ein Einnahmeplus von 6,4 auf 13 Milliarden Euro. Die Abschlüsse rund um die Riester-Rente seien um fast 40 Prozent gestiegen. "Nach dem schleppenden Start hat sich auch die sogenannte Rürup-Rente wesentlich besser verkauft", berichtete Rupprecht. In der Krankenversicherung stiegen die Beitragseinnahmen um 1,6 Prozent auf 3,1 Milliarden.

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