Allianz setzt auf Wachstum

Hamburg - Der Finanzkonzern Allianz setzt wieder auf Wachstum: Bis 2010 "dürften die Ergebnisse neben dem Asset Management am stärksten im Leben- und Bankgeschäft wachsen", sagte Finanzvorstand Helmut Perlet im dem Anlegermagazin "Börse Online" (Ausgabe 11. Oktober).

Perlet begründete dies mit einem Verbesserungsmöglichkeiten bei den Margen. Auch beim Umsatz will Europas größte Versicherung, zu der auch die Dresdner Bank gehört, wieder zulegen: "Auf mittlere Sicht rechnen wir bei Schaden/Unfall mit zwei Prozent im Jahr und bei Leben/Kranken mit rund fünf Prozent, sechs Prozent im Bankgeschäft und zehn Prozent im Asset Management", gab Perlet die Richtung vor. In der Summe bedeute das für den Konzern "zirka fünf Prozent Umsatzwachstum".

Der Finanzchef rechnet in Europa "auf mittlere Sicht" mit einer Konsolidierung, da es zu viele Anbieter gebe. Chancen habe dabei, wer wie die Münchner über eine funktionierende Plattform verfüge. "Wenn es zu einer Konsolidierung kommt, werden wir offen sein - vorstellbar wären kleinere und mittlere Transaktionen, etwa in der Form, dass wir bestehende Bücher anderer Versicherer übernehmen", sagt Perlet.

Trotz der Kreditkrise, deren Folgen laut Perlet das Handelsergebnis der Dresdner Bank im dritten Quartal belasten werden, und obwohl er weitere Abschläge bei der Bewertung zu Marktpreisen gegenüber den im August veröffentlichten Zahlen erwartet, stellt er klar: "Für die Allianz insgesamt bleiben wir bei unserem Nettoergebnisziel für 2007 von rund acht Milliarden Euro."  (dpa)

Die Auswirkungen der Kreditkrise hält Perlet in seiner Branche für "viel geringer" als bei den Banken. Schließlich hielten die Versicherungen eine geringere Anzahl der betroffenen Papiere. Zudem hätten Banken sehr viele Verbriefungen im Handelsbestand, womit sich Marktwertveränderungen direkt im Ergebnis niederschlagen würden. Versicherer hielten dagegen Papiere in der Regel bis zur Endfälligkeit und müssten sie daher nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung ausweisen.

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