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Unsicherer Herbst: Die Allianz traut sich weiterhin keine Prognose ihrer Geschäftsentwicklung für das Gesamtjahr zu.

Allianz: Sorgen trotz Milliarden-Plus

München - Die Allianz verdient wieder Milliarden. Sorgenkind ist aber die Sparte Schaden- und Unfallversicherung. Die Finanzkrise und der interne Umbau lassen es knirschen.

Trotz Milliardengewinns im dritten Quartal läuft es bei der Allianz als Europas größtem Assekuranzkonzern in der Kernsparte Schaden- und Unfallversicherung alles andere als rund. Der vor drei Jahren in Deutschland gestartete Umbau ist immer noch nicht abgeschlossen und hat bislang die Kosten nicht nach Plan gesenkt, räumte Vorstand Oliver Bäte in München gegenüber Journalisten ein.

Der Abbau Tausender Stellen und die Umstellung von Papier auf elektronische Akten lasse es bei der Schadensbearbeitung knirschen und zu Verzögerungen kommen. Die Probleme seien erkannt und sollen 2010 ohne verschärften Stellenabbau weitestgehend beseitigt werden. In der Sachversicherungssparte leidet die Allianz auch unter der Wirtschaftskrise. Firmenkunden neigen verstärkt zu einer „heißen Sanierung von Fabriken“, also Versicherungsbetrug, klagte Bäte. Mit Kreditversicherungen macht die Allianz rezessionsbedingt derzeit Verluste. Bei Policen für Schaden und Unfall ist zudem das Neugeschäft stark unter Druck, zumal die Allianz sich betont auf profitables Geschäft beschränkt. Die ihre Gelder relativ kurzfristig anlegende Sachsparte sei zudem vom stark abgesenkten Zinsniveau getroffen.

In der Lebens- und Krankenversicherung hat die Allianz im dritten Quartal 2009 dagegen schon wieder das Niveau von vor der Krise erreicht und es in der dritten Konzernsäule Vermögensverwaltung sogar übertroffen. Die Monate von Juni bis September haben unter dem Strich einen auf gut 1,3 Milliarden Euro fast verdreifachten Gewinn gebracht. Dabei profitierten die Münchner vom zwischenzeitlichen Hoch an den Börsen und im Vergleich zum Vorjahr vor allem davon, dass die marode Tochter Dresdner Bank mittlerweile an die Commerzbank verkauft ist. „Gott sei Dank“, fügte Bäte hinzu.

Um weiter einfache Bankgeschäfte betreiben zu können, müssen die Bayern jetzt mühsam eine neue Allianz Bank aufbauen. Sie hat bislang bescheidene 350 000 Kunden. „Wir bauen das Ding noch“, versprach Bäte. Schwarze Zahlen soll die neue Allianz Bank 2013 schreiben. Insgesamt sei das dritte Quartal 2009 das beste seit Mitte des Vorjahrs, wenn auch unter Normalniveau. Eine Prognose für 2009 verkniff sich der Manager. An den Aktienmärkten gebe es weiter zu viele Unsicherheiten und auch Herbststürme könnten jede Prognose noch verhageln.

Nach neun Monaten des Jahres haben die Bayern ihre Umsätze um gut drei Prozent auf 72 Milliarden Euro erhöht und gut 3,6 Milliarden Euro Gewinn erreicht, was gegenüber dem Vorjahr (ohne Dresdner) einen Rückgang von 13 Prozent bedeutet. An der Börse wurde die Allianz gefeiert, weil ihr jüngster Quartalsgewinn deutlich höher als allgemein erwartet ausgefallen ist. Die Aktie legte zeitweise um rund fünf Prozent auf über 83 Euro zu.

Thomas Magenheim-Hörmann

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