Allianz stoppt Talfahrt bei Kfz-Versicherung

- München - Bei der Kfz-Versicherung muss die Allianz weiter Federn lassen. Zwar stabilisiert sich die Zahl der Verträge, wegen Preisnachlässen sinken aber die Beitragseinnahmen. Nicht zuletzt deswegen wird 2005 kein neues Rekordjahr für die Schaden- und Unfallsparte des Münchner Konzerns.

<P>Die Allianz ist mit einem Marktanteil von gut 16 Prozent Marktführer bei den Kfz-Versicherungen. Allerdings konnten Wettbewerber wie die HUK Coburg in den vergangenen Jahren zahlreiche Kunden abwerben. So sank die Zahl der bei der Alianz versicherten Fahrzeuge von 9,2 Millionen im Jahr 2000 auf rund 8,8 Millionen derzeit. Einen weiteren Verlust konnte das Unternehmen nur verhindern, indem es im September die Preisschraube nach unten drehte: Seitdem winken Neukunden Nachlässe von bis zu 30 Prozent.<BR><BR>"Wir haben damit den Bestandsabrieb stoppen und sogar umdrehen können", sagt Reiner Hagemann, Vorstandschef bei der Allianz Versicherungs-AG. So stieg die Zahl der abgeschlossenen Verträge seit Herbst um 40 000. Die Kehrseite der Medaille: Unterm Strich zahlen die Versicherten wegen der Preissenkungen weniger Beiträge. Zudem fallen wegen der rückläufigen Unfallzahlen 2004 die individuellen Schadenfreiheitsrabatte höher aus. "Die übrigen Versicherungszweige (z. B. Haftpflicht, Unfall, Feuer) werden diesen für 2005 erwarteten Umsatzrückgang voraussichtlich nicht voll ausgleichen können", prophezeit Reiner Hagemann. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete die Allianz mit dem Unfall- und Schadengeschäft in Deutschland Erlöse von 10,2 Milliarden Euro. Über ein Drittel davon kamen aus der Auto-Versicherung.<BR><BR>Auch beim Gewinn wird die Allianz den Vorjahreswert von 1,6 Milliarden Euro nicht erreichen können. Dies liegt allerdings daran, dass einmalige Aktien- und Beteiligungsverkäufe das Vorsteuerergebnis aus Kapitalanlagen 2004 auf über 1,3 Milliarden mehr als verdoppelten. Der Überschuss allein aus dem Versicherungsgeschäft könnte nach Einschätzung von Hagemann aber durchaus das Rekord-Niveau von 2004 (373 Mio. Euro) erreichen.<BR><BR>Voraussetzung dafür ist jedoch zum einen, dass Großschäden ausbleiben, die den Konzern zum Auszahlen von Schadensgeldern zwingen würden. Zum anderen müssen die internen Kosten weiter sinken, was die Allianz Sachgruppe aber durch den geplanten Abbau von bis zu 800 Stellen an Nebenstandorten erreichen will. Bereits 2004 wurde die Zahl der Beschäftigten um 5,6 Prozent auf 30 200 reduziert.</P><P> </P>

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