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Grund zur Freude: Allianz-Chef Michael Diekmann präsentierte gestern ein „wirklich gutes Ergebnis“.

Gute Bilanz

Allianz trotzt Naturkatastrophen und Niedrigzins

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München – Gute Nachrichten für die Allianz: Der Versicherungskonzern hat trotz Naturkatastrophen und Niedrigzins ein gutes Jahr hinter sich.

Europas größter Versicherungskonzern mit Sitz in München verdiente im vergangenen Jahr sechs Milliarden Euro – und damit knapp 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Das freut nicht nur Vorstandschef Michael Diekmann. Auch die Aktionäre profitieren vom Gewinnsprung. Die Dividende soll kräftig steigen – von 4,50 auf 5,30 Euro je Aktie.

Erstmals seit dem Beginn der Finanzkrise 2006/2007 hat die Allianz beim operativen Ergebnis die 10-Milliarden-Marke geknackt. Der Umsatz kletterte auf die Rekordsumme von 111 Milliarden Euro. „Dieses Niveau wollen wir auch in diesem Jahr halten“, kündigt Diekmann am Donnerstag in München an. Der Dax-Konzern visiere für 2014 ein Ergebnis von 10 Milliarden Euro an – plus, minus 500 Millionen.

Im Kerngeschäft der Allianz, der Schaden- und Unfallversicherung, lief es im vergangenen Jahr überraschend gut. Obwohl die Belastungen durch Sturm-, Hagel- und Flutschäden im Vergleich zum Vorjahr um 500 Millionen Euro auf 1,2 Milliarden Euro stiegen, stand unterm Strich ein Plus. Das Ergebnis kletterte um 14,2 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro nach oben und steuerte damit den Löwenanteil zum Konzernergebnis bei.

Auch die Sparte Vermögensverwaltung hatte ihren Anteil am guten Gesamtergebnis. Das operative Ergebnis kletterte um sieben Prozent auf 3,2 Milliarden Euro – und das obwohl viele Kunden ihr Geld abzogen. Das verwaltete Vermögen sank um 4,4 Prozent auf 1,77 Billionen Euro. Schuld daran sei vor allem der schwache US-Dollar, sagt Finanzvorstand Dieter Wemmer. Zur Vermögensverwaltung der Allianz gehört auch der weltgrößte Anleiheninvestor Pimco mit Sitz in Kalifornien.

Lediglich im Geschäft mit Lebens- und Krankenversicherungen lief es im vergangenen Jahr nicht ganz so rund. Der operative Gewinn ging hier um acht Prozent auf 2,7 Milliarden Euro zurück. Die Allianz begründet das vor allem mit Währungs- und Zinsschwankungen. „Wir werden noch eine ganze Weile mit niedrigen Zinsen leben müssen“, fürchtet Finanzvorstand Wemmer. Die Allianz versucht deshalb mit neuen Lebensversicherungsprodukten zu punkten, die ohne den klassischen Garantiezins auskommen. Die Zinsen in der Produktreihe „Perspektive“ orientieren sich an der Entwicklung am Markt. Das Risiko trägt der Versicherte, kritisieren Verbraucherschützer. Dennoch kommen die neuen Policen an. Der Anteil dieser Produkte am Neugeschäft steige kontinuierlich, freut sich Diekmann.

Schweigsam wird der Allianz-Chef erst, als es um die anstehenden Personalentscheidungen an der Konzernspitze geht. Ende 2013 laufen die Verträge von sechs Vorständen aus – unter anderem steht sein Chefsessel zur Disposition. Der Aufsichtsrat entscheide im Oktober, wiegelt Diekmann ab. „Auch die Vorstände müssen abwarten, bis sie erfahren, ob sie im Januar noch an Bord sind.“

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Ein weiteres Thema, das in den vergangenen Wochen für Schlagzeilen sorgte, ist die Beteiligung der Allianz am FC Bayern München. Der Konzern sicherte sich einen Anteil von 8,33 Prozent an der FC Bayern München AG sowie eine Option auf die Namensrechte an der Allianz Arena bis 2041. Hinter dieser Kooperation stehe die Allianz trotz dem Steuerhinterziehungsprozess um Bayern-Präsident Uli Hoeneß, versichert Diekmann. „Es wäre unredlich, wenn unser Name auf der Arena steht und wir jetzt so tun, als ob wir nichts mit dem Verein zu tun hätten.“ Er sehe keinen Grund sich vom FC Bayern zu distanzieren.

Manuela Dollinger

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