Alter Bausparvertrag ist jetzt ein Rendite-Knüller

- Wer sich in den 90er-Jahren einen Bausparvertrag zugelegt hat, sitzt heute auf einem Schatz. Die Alttarife bringen Topzinsen von vier bis fünf Prozent im Jahr, mit Wohnungsbauprämie vom Staat sind sogar bis zu sieben Prozent drin - eine bombige Geldanlage in diesen Zeiten magerer Niedrigzinsen.

Tarifwechsel falsch

Häufig ließen sich Sparer von ihrer Bausparkasse zu einem Tarifwechsel überreden, sagt Sylvia Beckerle, Finanzexpertin der Verbraucherzentrale. Sie warnt vor einem Rückzug. "Sonst geht viel Geld verloren."

Solide Anlage

Bloß nicht frühzeitig aussteigen, rät auch Kollege Peter Grieble. Wenn es dem Kunden finanziell möglich sei, sollte er seinen alten Hochzinsvertrag weiter besparen. Denn der spielt derzeit etwa doppelt so viel Zinsen ein wie eine Festgeldanlage. Zudem ist das Geld auf dem Bausparkonto sehr solide angelegt und trotzdem bei Bedarf kurzfristig verfügbar.

Anbieter im Nachteil

Was den Kunden Spitzenerträge einbringt, ist für die Bausparkassen ein richtig schlechtes Geschäft. "Deshalb werden die Anbieter momentan auch aktiv und sprechen ihre Kundschaft an", so die Erfahrungen Griebles. Da wird den Sparern vorgeschlagen, den Tarif zu tauschen. Davon raten Verbraucherschützer aber ab. Auch dann, wenn mit dem Geld später ein Haus finanziert werden soll. "Die Wahrscheinlichkeit einer Verschlechterung ist für den Kunden sehr hoch", mahnt Beckerle zur Vorsicht.

Falle Zuteilung

Oft dringen die Bausparkassen auch auf eine frühzeitige Zuteilung des Altvertrags. In der Regel geschieht das dann, wenn ein Mindestguthaben von 40 oder 50 Prozent der einmal vereinbarten Bausparsumme erreicht ist. Der Sparer muss die Zuteilung aber nicht annehmen. Er kann unverdrossen Monat für Monat weiter sparen, wenn er will - und die Spitzenzinsen mindestens so lange weiter kassieren, bis die volle Bausparsumme erreicht ist. Und das kann - je nach Höhe der einst festgelegten Obergrenze - noch Jahre dauern. Die Zuteilung kann dann jederzeit neu beantragt werden, um später ans Guthaben ranzukommen.

Summe aufstocken

Sparer sollten es auch durchaus wagen, ihre Bausparkasse um ein Aufstocken der Bausparsumme zu bitten, ermutigt Grieble. Auch wenn sich die Kassen bei den hoch verzinsten Renditeknüllern inzwischen nicht mehr allzu flexibel zeigten.

Weiter einzahlen

Und noch einen Tipp hat er parat: Munter weiter einzahlen, auch wenn die Bausparsumme schon längst erreicht ist. Sperrt sich die Kasse, ist das Geld nicht verloren. Es wird zurücküberwiesen.

Fette Jahre vorbei

Wer heute einen Bausparvertrag neu abschließen will, kriegt längst nicht mehr so fette Guthabenzinsen. In den 90ern wetteiferten die Anbieter darum, die lukrativsten Konditionen zu bieten.

Baukredit günstiger

Die lukrativen Altverträge eigneten sich momentan nicht zur Baufinanzierung, sagt Grieble. Das Abrufen eines zuteilungsreifen Darlehens aus den früheren Verträgen kommt mittlerweile viel teurer als jeder Baukredit zu aktuellen Zinsen.

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