Alternative Antriebe: Die Pläne der deutschen Autobauer

- München - Die Rekordpreise an den Tankstellen und die Feinstaubbelastung heizen die Diskussion über alternative Autoantriebe neu an. Sauberer Diesel, Hybrid-Motor, Biomasse und Wasserstoffantrieb sind dabei die Zauberworte. Wann sich aber welche alternative Antriebsart auf dem Massenmarkt durchsetzen wird, ist unter Experten umstritten. "Ich glaube langfristig an Wasserstoff", sagt BMW-Finanzvorstand Stefan Krause. "Es wird aber noch eine ganze Zeit vergehen, bis die Zeit in eine Wasserstoff-Ökonomie übergeht."

Die deutschen Hersteller müssen schauen, dass sie in der Übergangszeit nicht auf das falsche Pferd setzen. Gerade beim Hybrid - eine Kombination aus Verbrennungsmotor und Elektroantrieb - haben Hersteller wie Toyota die Nase vorn.

Autoanalyst Eric Heymann von der Deutschen Bank ist mit Blick auf die Hybrid-Technologie überzeugt: "Diesen Zug haben die Deutschen verpasst, der Vorsprung von Toyota ist immens."

Die deutschen Hersteller verweisen unter anderem auf sinkenden Flottenverbrauch in den vergangenen Jahren und auf ihre starke Position beim Thema Diesel. Der Hybrid habe nur in sehr speziellen Fahrsituationen Vorteile gegenüber einem modernen Diesel, sagt ein VW-Sprecher. "Der Hybrid wird in Europa Nische bleiben." Volkswagen habe das Thema sehr intensiv begleitet. "Wir wissen, warum wir ihn noch nicht eingeführt haben." Falls sich die Technologie- oder die Marktlage aber ändere, könne der Konzern schnell reagieren. VW sehe mittelfristig aber eher Chancen für synthetisch hergestellte Kraftstoffe aus Biomasse. Auch BMW-Vorstand Krause betont mit Blick auf den Hybrid, derzeit gehe es im Vergleich zum gesamten Weltmarkt um sehr kleine Volumina. "Aber der Wettbewerb wird eines Tages da sein und dann werden auch wir dabei sein."

Langfristig dürfte die Zukunft dem Wasserstoff gehören, auch wenn heute noch unklar ist, welche Technologie sich durchsetzt. Volkswagen setzt mit einem Touran Hy-Motion auf die Wasserstoff-Technologie in Verbindung mit einer Brennstoffzelle. Mercedes verweist auf 180 angemeldete Patente auf dem Gebiet der Brennstoffzellen-Technologie und hat Fahrzeuge weltweit im Einsatz. BMW ist dagegen mit seinem Forschungsfahrzeug H2R mit einem wasserstoffbetriebenen Verbrennungsmotor unterwegs. Opel wiederum sieht sich unter anderem stark bei Erdgas-Fahrzeugen. Entscheidend wird sein, welche Angebote die Kunden annehmen.

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