Altersgrenzen und Versicherung: Was Ferienjobber wissen müssen

- In den Urlaub fahren, ein ausgiebiger Einkaufsbummel oder einfach nur die Nachmittage mit Freunden im Biergarten verbringen: So schön die nahenden Ferien auch sein mögen, der Freizeitspaß macht sich im Geldbeutel schnell bemerkbar. Viele Schüler und Studenten nutzen die freien Wochen deshalb, um etwas Geld zu verdienen und ganz nebenbei Berufserfahrung zu sammeln. Doch rund um den Ferienjob gibt es einiges zu beachten.

Mit 15 Jahren geht's los

Nicht jeder Schüler darf sich auf die Suche nach einem Job machen: Für Kinder unter 13 Jahren ist dieser laut Jugendarbeitsschutzgesetz noch tabu. Mit kleineren Arbeiten wie Babysitten oder Zeitungaustragen können alle 13- und 14-Jährigen ihr Taschengeld aufbessern. Mit den lukrativeren Ferienjobs geht es jedoch erst mit 15 Jahren los. Dann darf bis zu 40 Stunden in der Woche gearbeitet werden. Allerdings ist auch dann Arbeit zwischen 20 und 6 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen nicht erlaubt - Ausnahmen werden nur in Krankenhäusern, Gaststätten oder der Landwirtschaft gemacht. Insgesamt dürfen schulpflichtige Jugendliche maximal vier Wochen im Jahr arbeiten - und zwar nur während der Ferien.

Auf Jobsuche

Anlaufstellen für Studenten sind unter anderem die Jobbörse des Studentenwerks sowie der Studentenservice des Arbeitsamtes München (siehe Kasten). Im Schnelldienst werden hier jeden Vormittag um 9 Uhr Jobs vergeben. "Dabei handelt es sich vor allem um Transport- oder Gartenarbeiten, Telefondienst und Privatreinigung", sagt Elfriede Bohminth von der Studentenvermittlung. Neben den "Tagesarbeiten" werden aber auch Angebote für mehrere Wochen oder Monate an registrierte Studenten vergeben.

Schüler haben es nicht so leicht. Doch jedes Jahr vermittelt die Jobbörse des Münchner Arbeitsamtes in den Sommerferien auch Schülerjobs. "In den letzten zwei Jahren war die Resonanz der Firmen aber sehr gering", resümiert Vermittler Stephan Thamm. Trotz des geringen Angebots lohnt es sich für Schüler dennoch, in der Jobvermittlung eine Karteikarte auszufüllen: Einmal registriert, kann man sich immer wieder nach einer Arbeit erkundigen.

"Darüber hinaus ist auch Eigeninitiative gefragt", betont Thamm. Am besten sei es, die Geschäfte im Wohnort und der Umgebung abzuklappern und sich persönlich nach einem Job zu erkundigen. Aber auch Stellenanzeigen und Aushänge in Supermärkten sollten gelesen werden.

Kein Risiko eingehen

Der Schüler kann nicht jede Arbeit machen, denn er darf laut Gesetz kein Risiko eingehen: Große Hitze, Kälte, Lärm und Erschütterungen müssen von Jugendlichen fern gehalten werden. Zudem darf nicht mit Gefahrenstoffen wie starken Säuren, Krankheitserregern oder gefährlichen Maschinen hantiert werden.

Unfallversicherung

Doch was ist, wenn trotz aller Vorsicht beim Ferienjob ein Unfall passiert? "Schüler und Studenten sind wie alle Arbeitnehmer während eines Ferienjobs oder Praktikums gesetzlich versichert", darauf weisen die Spitzenverbände der gesetzlichen Unfallversicherungen hin. Um die Anmeldung kümmert sich der Arbeitgeber. Der trägt auch die Kosten für die Versicherung - ganz egal, wie viel der Ferienjobber verdient oder wie lange das Arbeitsverhältnis dauert. Auch unbezahlte Praktika sind versichert. Der Schutz beginnt am ersten Arbeitstag und bezieht sich auch auf den Arbeitsweg.

Wer einen Ferienjob oder ein Praktikum im Ausland annimmt - egal ob bei einer deutschen oder ausländischen Firma -, ist nicht versichert. Der Reiselustige sollte sich deshalb rechtzeitig vor der Abreise bei seiner Versicherung über den nötigen Schutz informieren.

Das liebe Geld

"Beim Verdienst gibt es keine feste Regelung, die Bezahlung obliegt dem Arbeitgeber", weiß Stephan Thamm. Durchschnittlich bekomme ein Schüler sechs oder sieben Euro die Stunde, ein Student erhält um die zehn Euro - manchmal kommt es aber einfach auf das Verhandlungsgeschick des Arbeitnehmers an.

Steuern und Abgaben

Keine Sozialversicherungsabgaben müssen bei Arbeitsverhältnissen gezahlt werden, die im Jahr die 50-Tage-Grenze nicht überschreiten. Steuern fallen erst bei einer monatlichen Vergütung von 900 Euro an (Steuerklasse I), darauf weist der Neue Verband der Lohnsteuerhilfevereine hin. Wer auf Dauer einen Job gefunden hat, kann sich die Abgaben sparen, wenn der monatliche Verdienst 400 Euro nicht übersteigt. Der Arbeitgeber muss dann aber pauschale Beiträge für Renten- und Krankenversicherung und eine Pauschalsteuer ab 30 Prozent leisten (Minijob).

Studenten und Schüler, die auf Lohnsteuerkarte jobben, bekommen die gesamte Steuer zurück - allerdings nur, wenn das Jahreseinkommen nicht höher als 7664 Euro ist.

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