Waschmaschinen auf dem Prüfstand

Altersschwächen im Schleudergang

Für eine neue Waschmaschine geben rund 80 Prozent der Käufer weniger als 600 Euro aus. Sie bekommen dafür weniger Schleuderleistung, aber in den meisten Fällen immer noch eine gute Qualität. Das zeigt ein Produkt-Vergleich der Stiftung Warentest.

Im jüngsten Waschmaschinen-Test schnitten immerhin acht von 13 Geräten mit nur 1200 Schleudertouren „gut“ ab. Den Verbraucherschützern zufolge spreche an sich nichts gegen die etwas behäbigeren Geräte, „sofern die Wäsche anschließend nicht im stromfressenden Trockner landet“. Das würde in diesem Fall noch länger als üblich dauern, denn die Restfeuchte der Wäsche ist mit bis zu 61 Prozent höher als bei Maschinen mit höherer Drehzahl.

Waschmaschinen mit noch weniger Trommelumdrehungen (800 oder 1000 Schleudertouren) sind am deutschen Markt nicht gefragt. Miele baut Frontlader für Deutschland sogar erst ab 1400 Umdrehungen in der Minute und war daher im Test nur mit einem Toplader vertreten. Toplader müssen von oben bestückt werden, sind schmaler, aufwendiger konstruiert und deshalb in der gleichen Schleuderklasse teurer als die „Bullaugen“.

Je älter, desto weniger dicht

Die eine Hälfte der Frontlader überzeugte die Tester mit „guter“ Leistung, die andere zeigte Schwächen in der Haltbarkeit und beim Wasserschutz. Die Modelle von Bauknecht, Blomberg, Gorenje und Whirlpool kamen deshalb auf ein „Befriedigend“. Der Lavamat 72850 von AEG-Electrolux landete abgeschlagen auf dem letzten Platz. Er schwächelte bei der Dauerprüfung, bei der eine zehnjährige Nutzung simuliert wird. Schon nach rund sieben simulierten Jahren wurde der Laugenbehälter undicht.

„Steht die Waschmaschine in der Etagenwohnung, ist Rundumschutz vor Wasserschäden Pflicht“, betont Stiftung Warentest. Verbraucher sind mit den meisten Modellen in dieser Hinsicht „gut“ abgesichert.

Billig-Geräte sind für den Keller geeignet

Bei den billigen Maschinen ist dieser Schutz allerdings nicht selbstverständlich. Die Hersteller von Gorenje WA 62125 und Whirlpool AWO 6125 – beide schon ab 350 Euro im Handel erhältlich – ersparen sich die sonst übliche Bodenwanne mit Warnmelder. Wird hier der Laugenbehälter undicht, weil etwa Gummidichtungen oder Schläuche porös werden, sprudelt alles Wasser aus der Maschine heraus. Der geeignete Platz für diese beiden Maschinen sei deshalb der Keller, wo die Folgen nicht so dramatisch wären, meinen die Tester.

60 Grad kosten 30 bis 50 Cent

Alle Waschmaschinen im Test tragen das Energiezeichen A für Energie-Effizienz und Waschleistung und gehören damit zu den besten ihrer Klasse. Sie begnügen sich bei 60 Grad Celsius mit rund 40 bis 50 Liter Wasser und 0,75 bis 1,2 Kilowattstunden Strom. „Das kostet rund 30 bis etwa 50 Cent in der großen Bauknecht-Trommel mit siebeneinhalb Kilogramm“, rechneten die Tester aus. Das gilt bei 0,20 Euro pro Kilowattstunde Strom und 3,85 Euro für einen Kubikmeter Wasser inklusive Abwasser.

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