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Wer gleitend in den Ruhestand wechseln will, muss sich beeilen – und gut rechnen.

Altersteilzeit läuft an Silvester aus

Die offizielle Altersteilzeit läuft aus: Nur noch bis Silvester 2009 können Arbeitnehmer gleitend in den Ruhestand wechseln. Die von den Agenturen für Arbeit großzügig geförderte Altersteilzeit läuft zum Jahresende 2009 aus.

Ab 2010 können Firmen zwar nach wie vor ihre Beschäftigten gleitend in den Ruhestand schicken. Doch dann ist dies nur noch arbeitsvertraglich, per Betriebsvereinbarung oder Tarifvertrag möglich. Zuschüsse aus der Staatskasse bleiben dann aus.

Bis Silvester 2009 müssten Arbeitnehmer, die die vorteilhafte Regelung noch in Anspruch nehmen wollen, nicht nur den Antrag bei ihrem Arbeitgeber gestellt haben. Die Altersteilzeit müsste – zumindest theoretisch – spätestens am 31. Dezember 2009 beginnen. Grundbedingung für die Inanspruchnahme ist bis dahin:

-Dass der Arbeitgeber mitspielt beziehungsweise dort, wo ein Tarifvertrag besteht, einverstanden sein muss, wenn die darin genannten Höchstgrenzen nicht überschritten sind.

-Der Arbeitnehmer muss mindestens 55 Jahre alt sein

-und die Arbeitsstunden auf die Hälfte seiner bisherigen wöchentlichen Arbeitszeit vermindern

-und auch damit noch versicherungspflichtig sein (was bei Verdiensten von mehr als 400 Euro monatlich der Fall ist).

-In den vorhergehenden fünf Jahren muss der Arbeitnehmer wenigstens drei Jahre lang versicherungspflichtig gewesen sein.

-Ferner muss die Altersteilzeit mindestens bis zum Beginn einer (auch: gekürzten) gesetzlichen Altersrente reichen.

Zeit-Modelle

Altersteilzeit kann über den gesamten, zum Beispiel fünf- oder sechsjährigen Zeitraum mit halber Arbeitskraft geleistet werden oder – wie meistens, aber an sich vom Gesetzgeber nicht geplant – im Blockmodell: Es wird zum Beispiel bei reduziertem Verdienst drei Jahre voll weitergearbeitet, und in den restlichen drei arbeitsfreien Jahren, der „Freistellungsphase“, wird der aufgesparte Lohn gezahlt. Dadurch wird nicht in den Ruhestand „geglitten“, sondern ein vorzeitiger Übergang praktiziert.

Einkommen

Um den Einkommensverlust des Arbeitnehmers zu reduzieren, stockt der Arbeitgeber den Bruttoverdienst des Arbeitnehmers um mindestens 20 Prozent auf (laut Tarifvertrag ist es oft mehr). Angesetzt wird das „regelmäßige“ Arbeitsentgelt, also ohne Überstundenvergütungen und anteilige einmalige Zuwendungen. Bei der Beitragsbemessungsgrenze (5400 Euro im Westen, 4550 Euro im Osten) ist Schluss; höhere Entgelte, für die ja auch keine Beiträge abgeführt werden, bleiben unberücksichtigt.

Abgaben und Versicherungen

Für die Aufstockungsbeträge brauchen keine Steuern und Sozialversicherungsbeiträge gezahlt zu werden. Allerdings unterliegen sie im Steuerrecht dem sogenannten Progressionsvorbehalt, werden also indirekt besteuert. Schließlich: Der Arbeitgeber zahlt neben den Aufstockungsbeträgen zusätzliche Beiträge auf das Rentenkonto seiner Altersteilzeiter, so dass trotz Halbierung der Arbeitszeit grundsätzlich mindestens 90 Prozent der Rentenanwartschaften aufgebaut werden, die ohne einen Wechsel in die Altersteilzeit erworben worden wären.

In der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung bleiben die Altersteilzeiter ebenfalls versichert. Mit der Besonderheit, dass Arbeitnehmer, die wegen der Höhe ihres Verdienstes versicherungsfrei sind und die nunmehr weniger verdienen als die Versicherungspflichtgrenze, trotzdem nicht versicherungspflichtig werden, wenn sie während der vorhergehenden fünf Jahre durchgehend privat krankenversichert waren.

Förderung

Die Arbeitsagenturen fördern die Vereinbarung von Altersteilzeit unter der Voraussetzung, dass der Arbeitgeber den durch die Altersteilzeit frei gemachten Arbeitsplatz durch einen Arbeitslosen oder durch die Übernahme eines zuvor Ausgebildeten wiederbesetzt wird. Die Förderung besteht in der Erstattung der Arbeitgeberaufwendungen für die Aufstockungsbeträge und der Rentenversicherungsbeiträge. Betriebe mit bis zu 50 Arbeitnehmern erhalten die Förderung auch dann, wenn sie für einen Altersteilzeiter einen Auszubildenden einstellen.

Der Altersteilzeit-Arbeitgeber muss eine Insolvenzversicherung abgeschlossen haben, damit zum Beispiel bei der Altersteilzeit im Blockmodell im Falle eines Falles die in der Arbeitsphase nicht ausgezahlten Gehälter nicht verloren gehen.

Wolfgang Büser

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