Altverträge haben oft schlechte Konditionen

- Die Verbraucherzentrale Sachsen (VZS) rät zur Überprüfung von privaten Versicherungen gegen Berufsunfähigkeit. Wer Mitte der 90er-Jahre eine solche Versicherung abgeschlossen habe, sollte prüfen, ob der Vertrag auf neue und bessere Bedingungen umgestellt werden könne, teilten die Verbraucherschützer mit.

<P>Hauptaugenmerk sollte man dabei auf die so genannte Verweisung legen. Nach Angaben der VZS ist mit Verweisung gemeint, dass der Versicherer im Schadensfall die Leistung mit der Begründung verweigern kann, dass man zwar nicht mehr in seinem ursprünglichen, wohl aber in einem anderen Beruf arbeiten könne. </P><P>Wichtig sei dabei die Unterscheidung zwischen abstrakter und konkreter Verweisung, so die VZS. Bei der abstrakten Verweisung reiche es aus, wenn das Versicherungsunternehmen nachweist, dass man theoretisch in einem anderen Beruf arbeiten könne. Als typische Beispiele nannten die Verbraucherschützer etwa den berufsunfähigen Maurer, der darauf verwiesen werde, er könne noch in einem Baumarkt als Verkäufer arbeiten. Dabei sei völlig unerheblich, ob überhaupt Aussicht bestehe, einen solchen neuen Job zu bekommen.<BR><BR>Bei der konkreten Verweisung dagegen darf der Versicherer diesen Angaben zufolge die vereinbarte Leistung nur dann verweigern, wenn man tatsächlich einen neuen Job ausübt, der auch der bisherigen Lebensstellung entspricht. "Erst seit Ende der 90er-Jahre verzichten mehr und mehr Versicherer auf die verbraucherunfreundliche abstrakte Verweisung", erläuterten die Verbraucherschützer. Dies gelte aber nur für neu abgeschlossene Verträge. In vielen Altverträgen schlummere somit programmierter Ärger.</P>

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