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Datenschutzskandal bei Amazon: Mitarbeiter spionieren Stars und Ex-Lebenspartner aus

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Von: Markus Hofstetter

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Auge mit Amazon-Logo auf der Iris 
Amazon-Mitarbeiter sollen das Einkaufsverhalten von Kunden im Auge gehabt haben (Symbolbild) © Michael Weber/imago

Amazon-Mitarbeiter sollen jahrelange ihre Rechte ausgenutzt und die Einkäufe von Kunden verfolgt haben. Der Konzern will die Vorwürfe nichts ganz ausschließen.

Seattle - Amazon ist immer für Negativ-Schlagzeilen gut. So wird dem Konzern vorgeworfen, Arbeiter in Wasserflaschen urinieren zu lassen*. Im April dieses Jahres wurde bekannt, dass Mitarbeitern am Amazon-Standort Winsen das Tragen von FFP2-Masken verboten wurde, obwohl der Mindestabstand nicht eingehalten werden konnte. In deutschen Logistiklagern sollen Güter aller Art vernichtet worden sein, darunter Kühlschränke, Handys, Matratzen und Möbel.

Auch den Datenschutz betreffend galt Jeff Bezos‘* Amazon noch nie als ein Musterbeispiel. In einer WDR-Dokumentation wurde berichtet, dass der Online-Händler das Kaufverhalten seiner Kunden systematisch auswertet, um Konsum-Muster zu identifizieren. 

Amazon-Mitarbeiter spionieren Stars: Privatleben von Kunden im Visier

Im Februar dieses Jahres berichtete das Politmagazin Politico über einen bedenklichen Fall. Demnach haben drei ehemalige, hochrangige Mitarbeiter für Datensicherheit, zwei in den USA und einer in Europa, ihre Vorgesetzten in der Unternehmenszentrale in Seattle auf Missstände hingewiesen, ohne Erfolg. Letztendlich wurden sie aus dem Unternehmen gedrängt.

Nun braut sich weiteres Unheil über dem Tech-Konzern zusammen. Laut Bild sollen Amazon-Mitarbeiter jahrelang heimlich die Einkäufe von Kunden verfolgt haben. Dabei bezieht sich die Zeitung auf einen Exklusivbericht des US-Magazins Wired. Demnach spionieren sie auch das Privatleben von Stars aus oder sammeln Informationen über Freunde und Bekannte.

Amazon-Mitarbeiter spionieren Stars: Kayne West und Avenger-Schauspieler ausgespäht

Grundlage des Wired-Berichts sind die Aussagen mehrerer Mitarbeiter aus dem Kundenservice. Demnach nutzen einige ihrer Kollegen ihre Zugriffsrechte aus, um die Einkäufe von Stars zu verfolgen und darüber zu diskutieren. Darunter waren der US-Rapper Kayne West und Schauspieler aus den Avengers-Filmen. Einer der ausgespähten Nutzer soll unter anderem auch Sexspielzeug bestellt haben. Doch nicht nur Prominente waren Spionageziele der Amazon-Mitarbeiter. Auch die Einkaufsgewohnheiten ehemaliger Lebenspartner wurden nachverfolgt.

Der ehemalige IT-Sicherheitschef Gary Gagnon bestätigte, dass dies möglich sei. Während seiner Zeit bei Amazon seien die Sicherheitsstandards sehr niedrig gewesen, sehr viele Mitarbeiter hätten Zugang zu privaten Kundendaten.

Amazon-Mitarbeiter spionieren Stars: Konzern will Missbrauch nicht ausschließen

Amazon selbst wies laut dem Wired-Bericht die Anschuldigung zurück. Der Missbrauch von Daten sei bei Mitarbeitern des Kundendienstes nicht „üblich“. Doch gleichzeitig wollte der Konzern einen Missbrauch auch nicht ausschließen. Er kündigte an, den Vorwürfe nachzugehen.*Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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