+
Amazon verspricht den neuen Lieferdiensten "aktive Starthilfe" und einen operativen Gewinn von jährlich bis zu 300.000 US-Dollar. Foto: Ted S. Warren/AP

Wachsende Zahl an Paketen

Amazon forciert Aufbau eigener Zustelldienste in den USA

Seattle (dpa) - Der Online-Händler Amazon wildert immer deutlicher im Revier seiner eigenen Zusteller. In den USA treibt der Konzern nun den Ausbau eines eigenen Zustelldienstes voran.

Amazon forderte Unternehmer in einer Mitteilung zur Gründung kleinerer Lieferfirmen auf, die dann bis zu 40 Fahrzeuge mit Amazon-Logo betreiben sollten.

Amazon verspricht den neuen Lieferdiensten "aktive Starthilfe" und einen operativen Gewinn von jährlich bis zu 300.000 US-Dollar. Mit der Zeit will Amazon so nach eigenen Angaben "hunderte" kleine Lieferfirmen gewinnen. Der Konzern argumentiert derzeit, die wachsende Zahl der Paketzustellungen zwinge ihn zum Aufbau des eigenen Lieferdienstes, da die etablierten Zusteller FedEx, UPS und die US-Post mit dem steigenden Aufkommen nicht mehr Schritt halten könnten.

Schätzungen von Analysten zufolge überstieg die Zahl der Lieferungen in den USA im vergangenen Jahr die Marke von einer Milliarde. Laut "Wall Street Journal" entfallen von 10 Dollar, die Online-Konsumenten ausgeben, im Schnitt mehr als 4 Dollar auf Bestellungen bei Amazon.

Auch hierzulande hat Amazon bereits eigene Auftragszusteller am Start. Die geplante Ausweitung des Amazon-Lieferdienstes wird vor allem als Bedrohung für das Paketgeschäft der Post gesehen - deren wichtigster Großkunde Amazon ist. Da Amazon in der Regel Neuerungen im eigenen Land ausprobiert, bevor es diese dann über die Grenzen der USA hinausträgt, könnten die neuen Pläne in den USA die Post-Manager in Bonn womöglich hellhörig machen.

Die Post hatte erst kürzlich wegen Problemen in ihrem Brief- und Paketgeschäft eine Gewinnwarnung für das laufende Jahr ausgegeben. Einer der Gründe hierfür liegt Zeitungsberichten zufolge bei Amazon selbst. Denn der US-Riese ist Kunde und Rivale zugleich - der Post gingen durch Amazon-eigene Zustelldienste Millionen-Umsätze verloren, zudem setze Amazon durch das Umschwenken auf Zusteller wie Hermes den Bonner Logistikkonzern preislich unter Druck, hieß es.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Merkel berät mit Konzernchefs Maßnahmen gegen Fahrverbote
Berlin (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Chefs deutscher Autokonzerne beraten in Berlin über Maßnahmen gegen Diesel-Fahrverbote in Städten. An dem für …
Merkel berät mit Konzernchefs Maßnahmen gegen Fahrverbote
Comcast setzt sich in der Bieterschlacht um Sky durch
Tauziehen um Sky: Wem gehört künftig der attraktive Bezahlsender? Die Frage ist nach langem Gerangel geklärt.
Comcast setzt sich in der Bieterschlacht um Sky durch
Kunde nennt Verhalten von Aldi „ekelhaft“ - Discounter wehrt sich mit deutlichen Worten
Ein Facebook-User ist wirklich angewidert: Aldi-Mitarbeiter scheuchten eine Obdachlose vom Gelände und werden ausfallend. Jetzt erklärt sich das Unternehmen. 
Kunde nennt Verhalten von Aldi „ekelhaft“ - Discounter wehrt sich mit deutlichen Worten
US-Handelskammer sieht Chance auf Lösung im Handelsstreit
Der Handelskonflikt zwischen den USA und China erreicht an diesem Montag eine neue Eskalationsstufe. Dann greifen weitere Strafzölle. Reißt jetzt auch der Gesprächsfaden …
US-Handelskammer sieht Chance auf Lösung im Handelsstreit

Kommentare