+
Nach Ermittlungen zahlt Amazon 100 Millionen Euro an die italienische Steuerbehörde. Foto: Swen Pförtner

Luxemburg gegen Nachforderung

Amazon legt Italien-Steuerstreit mit 100 Millionen Euro bei

Rom (dpa) - Der Online-Versandhandelskonzern Amazon will nach Angaben der italienischen Steuerbehörde seinen Streit mit Rom mit einer Zahlung von 100 Millionen Euro beilegen. Dies teilte die zuständige Agenzia delle Entrate mit.

Die Vereinbarung werde die laufenden Steuerermittlungen von Staatsanwälten in Mailand sowie bei der Finanzpolizei beenden. Diese hätten sich auf den Zeitraum von 2011 bis 2015 erstreckt, hieß es.

Amazon habe sich zudem bereiterklärt, Gespräche zum Thema wieder aufzunehmen. Diese hätten das Ziel einer "fairen Besteuerung in Italien". Amazon selbst sprach von einer Übereinkunft zu "Angelegenheiten aus der Vergangenheit". Man habe bereits im Mai 2015 eine örtliche Niederlassung gegründet, um im Einzelhandelsgeschäft "alle Einkünfte, Ausgaben, Gewinne und Steuern zu erfassen", die in Italien fällig werden.

In Luxemburg legte die Regierung am Freitag Widerspruch gegen eine Aufforderung der EU-Kommission ein, eine Steuernachforderung gegen Amazon im Umfang von 250 Millionen Euro einzutreiben. "Dieser Einspruch dient dazu, Rechtssicherheit herzustellen", hieß es. "Er stellt Luxemburgs klare Verpflichtung zu Steuertransparenz und der Bekämpfung schädlicher Steuerpraktiken nicht in Frage." Der Konflikt landet nun voraussichtlich vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH).

EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager hatte Anfang Oktober die luxemburgische Regierung aufgefordert, rund 250 Millionen Euro plus Zinsen von dem US-Unternehmen zurückzufordern. Das Europageschäft des US-Konzerns hat in Luxemburg seinen Sitz.

Agenzia delle Entrate statement, in Italian

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Dax schließt etwas leichter
Frankfurt/Main (dpa) - Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben sich auch am Freitag vorwiegend zurückgehalten. Wie schon während der vergangenen zwei Handelstage …
Dax schließt etwas leichter
Zwei Milliarden Euro Schaden wegen Rastatter Bahnsperrung
Rastatt/Berlin (dpa) - Der Einbruch der Bahn-Tunnelbaustelle in Rastatt und die folgende Sperrung der Rheintalbahn haben nach einer Studie einen volkswirtschaftlichen …
Zwei Milliarden Euro Schaden wegen Rastatter Bahnsperrung
Stickoxid-Messstationen sollen überprüft werden
In vielen deutschen Städten werden hohe Stickstoffdioxidwerte gemessen. Doch sind die Werte korrekt? Die EU sagt: ja. Die Verkehrsminister wollen die Messungen …
Stickoxid-Messstationen sollen überprüft werden
VW-Abgasskandal: KBA muss Umwelthilfe Akteneinsicht gewähren
Erfolg für die Deutsche Umwelthilfe: Das Kraftfahrtbundesamt muss Schriftverkehr mit VW im Zusammenhang mit der Rückrufaktion im Abgasskandal herausgeben. Das Amt hatte …
VW-Abgasskandal: KBA muss Umwelthilfe Akteneinsicht gewähren

Kommentare