Mitten im Weihnachtsgeschäft

Amazon-Mitarbeiter streiken erneut

Bad Hersfeld - Das Weihnachtsgeschäft läuft auf Hochtouren - und die Mitarbeiter des Versandhandelsriesen Amazon legen die Arbeit am größten deutschen Standort nieder. Es ist nicht der erste Streik.

Mitten im Weihnachtsgeschäft machen Mitarbeiter des weltgrößten Online-Versandhändlers Amazon mit einem Streik Druck im Tarifkonflikt. Am Montag legten am größten deutschen Standort in Bad Hersfeld 300 Beschäftigte die Arbeit nieder, wie die Gewerkschaft Verdi mitteilte. Am Dienstag soll in Bad Hersfeld aber wieder normal gearbeitet werden, wie Gewerkschaftssekretärin Mechthild Middeke der Deutschen Presse-Agentur sagte. Ob in den nächsten Tagen an anderen Standort zu weiteren Ausständen aufgerufen wird, ließ sie offen. Beobachter rechnen bis Weihnachten mit weiteren Streikwellen der Gewerkschaft.

Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger erklärte in einer Mitteilung: „Solange Amazon den Beschäftigten den Respekt und Schutz durch Tarifverträge verweigert, werden wir den Druck aufrechterhalten“. Mit den Weihnachtsangeboten sei der Arbeitsdruck noch einmal deutlich angestiegen.

Die Gewerkschaft versucht seit mehr als einem Jahr, den Online-Versandhändler zu Tarifverhandlungen zu den Bedingungen des Einzelhandels zu bewegen. Amazon lehnt das jedoch strikt ab und sieht sich selbst als Logistiker. Deswegen kommt es seit Mai 2013 immer wieder zu Streiks. Das Unternehmen beschäftigt in bundesweit neun Warenlagern knapp 10 000 Mitarbeiter.

Middeke sagte: „Amazon macht den Kunden derzeit viele Angebote zum Weihnachtsshopping. Die Mitarbeiter hätten auch gern ein Angebot - ein Gesprächsangebot für bessere Arbeitsbedingungen.“ Mit dem Streik glaubt die Gewerkschaft den Branchenriesen treffen zu können. Amazon teilte aber mit, dass es zu keinen verspäteten Auslieferungen kommt. „Amazon wird sein Lieferversprechen an Kunden mit Hilfe des europäisches Logistiknetzwerk aus 28 Logistikzentren in sieben Ländern einschließlich Großbritannien, Frankreich, Polen und der Tschechischen Republik einhalten“, sagte Amazon-Sprecherin Anette Nachbar in München.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Yellen verlässt Fed-Führung nach Powells Amtsübernahme
Washington (dpa) - Die amtierende US-Notenbankchefin Janet Yellen wird zum Ende ihrer Amtszeit nicht weiter unter ihrem Nachfolger im Führungsgremium der Bank …
Yellen verlässt Fed-Führung nach Powells Amtsübernahme
Deutschland geht bei Vergabe von EU-Behörden leer aus
Schwere Schlappe für Deutschland: Weder Frankfurt am Main noch Bonn werden Standort für eine der aus London wegziehenden EU-Behörden. Die lachenden Sieger sitzen in den …
Deutschland geht bei Vergabe von EU-Behörden leer aus
Auch Frankfurt scheitert bei Vergabe von EU-Behörden
Deutschland ist mit seinen Bewerbungen um den Sitz einer weiteren EU-Behörde gescheitert. Nach der Kandidatur von Bonn für die Arzneimittelagentur EMA fiel auch …
Auch Frankfurt scheitert bei Vergabe von EU-Behörden
Gescheiterte Jamaika-Verhandlungen beeindrucken Märkte kaum
Neuwahlen, Minderheitsregierung - oder doch noch ein weiterer Anlauf zu einer Koalition? Die Verwirrung nach den gescheiterten Gesprächen über ein Jamaika-Bündnis ist …
Gescheiterte Jamaika-Verhandlungen beeindrucken Märkte kaum

Kommentare