Amazon-Fresh-Store in London: Statt Kassen und Kleingeld soll künftig ein Smartphone samt App zum Einkaufen genügen.
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Amazon-Fresh-Store in London: Statt Kassen und Kleingeld soll künftig ein Smartphone samt App zum Einkaufen genügen.

Hightech-Shopping

Supermarkt ohne Kassen: Amazon-Konzept kommt nach Europa – Doch Datenschützer warnen: „Total-Überwachung“

  • Thomas Schmidtutz
    vonThomas Schmidtutz
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Amazon kommt mit seinem Hightech-Shopping-Konzept nach Europa. Bei Datenschützern sorgt die Technologie indes für Unbehagen.

London – Amazon bringt seine kassenlosen Supermärkte nach Europa. Am Donnerstag (4. März) hat der Handelsgigant in London seinen ersten Amazon Fresh Store eröffnet. Weitere Standorte in der britischen Hauptstadt sollen folgen.

Bei dem Konzept können Kunden die Ware einfach aus dem Regal nehmen und das Geschäft verlassen. Hunderte Kameras und zahllose Sensoren wie etwa Waagen registrieren, für welche Ware sich die Kunden entscheiden. Nach Verlassen des Geschäfts wird automatisch über eine Smartphone-App bezahlt.

Amazon Fresh: Ware aus dem Regal nehmen, rausgehen, fertig

Wettbewerber wie Tesco oder Marks and Spencer experimentieren mit ähnlichen Konzepten. Allerdings müssen die Kunden dort ihre Einkäufe noch selbst scannen, etwa mit dem Smartphone. „Wir wissen, dass Kunden in Großbritannien bequem einkaufen möchten, und wir glauben, dass sie es zu schätzen wissen, mit den benötigten Einkäufen einfach rauszugehen“, sagte der Chef von Amazon Fresh, Matt Birch, anlässlich der Eröffnung.

In den USA hat der von Jeff Bezos gegründete Konzern mit der Technologie bereits viel Erfahrung gesammelt. Die ersten kassenlosen Läden hat Amazon 2018 in den USA unter der Marke Amazon Go eröffnet. Inzwischen betreibt das Unternehmen auf dem Heimatmarkt 28 Amazon Go Läden, darunter in San Francisco, New York sowie in Seattle, wo der Konzern auch seinen Sitz hat.

Amazon Fresh: Hightech-Shopping sorgt für Unbehagen

Datenschützer sehen die Hightech-Shopping-Technologie allerdings mit Unbehagen. Amazon arbeite an der „Total-Überwachung beim Einkaufen“, warnte der Chef der Bürgerrechts-Aktivisten von Big Brother Watch, Silkie Carlo. Durch das Tracking der Einkaufsgewohnheiten gewinne der Konzern eine umfangreichere Kenntnis seiner Kunden als jedes andere Handelsunternehmen weltweit.

Amazon, das gerade erst Ärger wegen seiner Shop-App* hatte, weist die Vorwürfe zurück. Die Kundendaten aus den Besuchen bei Amazon Fresh würden nach 30 Tagen gelöscht, versicherte das Unternehmen.

Amazon-Fresh-Store in London: Dank zahlloser Kameras und Sensoren genügt zum Bezahlen eine App.

Neben den Produkten des täglichen Bedarfs können Amazon-Kunden in den Läden auch ihre Internet-Bestellungen zurückgeben. Dazu müssen die Kunden lediglich einen Barcode scannen. Das Verpacken und die Beschriftung für die Rücksendung fallen damit weg.

Amazon Fresh: Deutschland-Pläne unklar

Der neue Londoner Amazon Fresh Store* ist mit rund 230 Quadratmetern relativ klein. Ob der Internet-Gigant das Konzept auch in Deutschland ausrollt, ist unklar. Man habe diesbezüglich keine Ankündigung gemacht“, erklärte eine Amazon-Sprecherin auf Anfrage. *Merkur.de und 24Rhein.de sind Teil von IPPEN.MEDIA.

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