Neue Online-Plattform

Amazon verkauft Kunsthandwerk

Handgemachte Produkte statt Massenware: Amazon startet heute einen neuen Online-Shop.

München – Der Online-Gigant Amazon bietet Kunsthandwerkern ab heute (22. September) eine eigene Verkaufsplattform auf seiner Internet-Präsenz an. Das teilte der Konzern am Mittwoch in München mit. Auf der Plattform dürften ausschließlich kleine Manufakturen oder selbstständige Kunsthandwerker ihre Produkte anbieten, sagte Markus Schöberl, verantwortlich fürs deutsche Händlergeschäft bei Amazon.

Den Angaben zufolge kassiert der Konzern von den Kunsthandwerkern eine Provision in Höhe von zwölf Prozent pro verkauftem Artikel, eine Grundgebühr falle aber nicht an. Erst 2018 solle die Provision auf 15 Prozent steigen. Der Vorteil für Kunden: Auf dem neuen Online-Marktplatz „Handmade at Amazon“ soll das Kunsthandwerk geschützt vor industrieller Massenware präsentiert werden.

„In den USA gibt es das Angebot bereits seit einem Jahr und wird dort stark nachgefragt“, begründete Schöberl den Start des neuen Dienstes in Europa. Neben Deutschland bietet der Konzern die neue Plattform in Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien an. Ab heute seien in den fünf Internet-Läden 30 000 Produkte von 1000 Kunsthandwerkern verfügbar, teilte Amazon mit.

Wer als Kunsthandwerker gilt und wer nicht, habe Amazon geregelt, sagte Schöberl. Beispielsweise dürfte die Größe des Betriebs die Zahl von 20 Mitarbeitern nicht überschreiten. Außerdem müssten sich die Kunsthandwerker bei Amazon bewerben und unter Beweis stellen, dass sie keine Produkte aus industrieller Fertigung verkauften.

seh

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Ryanair bietet Piloten mehr Geld an
Bis zu 10 000 Euro mehr will Ryanair seinen Flugzeugführern unter anderem in Berlin und anderen Standorten zahlen. Damit will die Airline verhindern, dass es zu weiteren …
Ryanair bietet Piloten mehr Geld an
Lufthansa könnte große Teile der Air Berlin übernehmen
Eine Entscheidung ist es noch nicht, aber die Richtung scheint klar: Der deutsche Marktführer Lufthansa soll bei Air Berlin das größte Stück vom Kuchen haben. Doch der …
Lufthansa könnte große Teile der Air Berlin übernehmen
Ermittler spüren 2433 Mindestlohn-Verstöße auf
Am Bau und im Gastgewerbe stoßen die Ermittler auf die meisten Mindestlohnverstöße. Am auffälligsten sind Erfurt, Magdeburg und Berlin. Aber reichen die Kontrollen aus?
Ermittler spüren 2433 Mindestlohn-Verstöße auf
Thyssenkrupp-Stahlfusion bleibt umstritten
Die Pläne für eine Thyssenkrupp-Stahlfusion sorgen weiter für Zündstoff. Vor allem in der Belegschaft herrscht große Verunsicherung. Betriebsrat und IG Metall lehnen das …
Thyssenkrupp-Stahlfusion bleibt umstritten

Kommentare