Amerikaner helfen Escada in der Not

- München - Nach einem Umsatzeinbruch und dem Absturz in die Verlustzone bekommt Deutschlands größter Damenmode-Konzern Escada eine Finanzspritze von einem US-Investor. Die Beteiligungsgesellschaft HMD Partners investiere 45 Millionen Euro und übernehme bis zu 29 Prozent der Anteile, sagte Vorstandschef Wolfgang Ley.

<P>"Wir gewinnen neue unternehmerische Handlungsfreiheit", sagte Ley. Zugleich senkte der Konzern seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Vor allem die Lungenkrankheit Sars verdarb das Geschäft in Asien.<BR><BR>Der hoch verschuldete Mode-Konzern war schon länger auf der Suche nach einem Investor, um seine Kapitalbasis zu stärken. "Jetzt haben wir einen Wunschpartner gefunden", sagte Ley. HMD wolle sich langfristig engagieren und habe sich verpflichtet, frühestens 2006 Anteile zu verkaufen. Die Investorengruppe engagiert sich über eine Kapitalerhöhung, den Aufkauf von Aktien aus dem Bestand der Escada AG und über die Zeichnung einer Wandelschuldverschreibung. Der Anteil Leys an dem Unternehmen wird durch die Kapitalmaßnahmen von 22 auf voraussichtlich etwa 15 Prozent verringert. "Ich bleibe engagiert", sagte Ley. Die Amerikaner hätten sich auch keine Option auf eine Mehrheit gesichert.<BR><BR>In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2002/03 (31. Oktober) brach der Escada-Umsatz wegen der schwachen Nachfrage, Währungseffekten und Desinvestitionen stärker als erwartet von 410,5 auf 306,6 Millionen Euro ein. Der Verlust betrug 7,3 Millionen Euro (Vorjahr: plus 6,3 Mio). Das Ziel, den Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) im Gesamtjahr zu steigern, sei nicht mehr erreichbar, sagte Ley. Man hoffe aber noch, dass zumindest das operative Ergebnis positiv ausfalle.<BR><BR>Ley zeigte sich zuversichtlich, dass der Konzern bald wieder auf die Erfolgsspur zurückkehrt. "Es besteht kein Grund für Pessimismus." Der Krieg im Irak und Sars hätten die Nachfrage nach Luxusgütern stark beeinträchtigt. Inzwischen lösten sich diese negativen Einflüsse zunehmend auf, die Nachfrage ziehe wieder an.<BR><BR>Escada konzentriert sich derzeit aufs Kerngeschäft. So wurde die Parfüm-Sparte Beauté an den Kosmetikkonzern Wella verkauft. Trennen will sich der Konzern noch von der Marke Laurè`l. Nach dem Einstieg der Amerikaner werden diese Verkaufspläne aber erst einmal auf Eis gelegt. Der Konzern könne jetzt warten, bis in einem besseren Umfeld ein höherer Preis erzielt werden kann.<BR></P>

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