Analyse: Strompreis steigt bei Atomausstieg drastisch

Berlin - Ein schneller Ausstieg aus der Atomenergie bis Ende 2017 würde einer wissenschaftlichen Analyse zufolge die Strompreise in Deutschland drastisch steigen lassen - um fast ein Drittel.

Bis 2020 kämen auf die Stromverbraucher allein durch einen vorgezogenen Atomausstieg Mehrkosten von insgesamt rund 33 Milliarden Euro zu, hat das Kölner Energieforschungsinstituts r2b energy consulting im Auftrag des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) ermittelt. Werden die Kosten des Ausbaus erneuerbarer Energien und der Netzinfrastruktur addiert, betragen die Mehrbelastungen demnach sogar 51 Milliarden Euro.

Den größten Anteil müsste mit 24 Milliarden Euro die Wirtschaft tragen, 9 Milliarden an Mehrkosten kämen auf private Verbraucher zu, heißt es in der am Sonntag vom BDI veröffentlichten Studie. Demnach müsste ein Durchschnittshaushalt mit einem Stromverbrauch von 3500 Kilowattstunden im Jahr 2018 rund 137 Euro mehr für Strom ausgeben als heute. Für einen typischen energieintensiven Industriekunden mit einem Jahresverbrauch von 24 Gigawattstunden würde der Strom um 580 000 Euro teurer. Ein typischer Gewerbe- oder Industriekunde mit einem Verbrauch von 2 Gigawattstunden müsste im Jahr im Vergleich zu heute 72 000 Euro mehr für Strom bezahlen.

Ersetzt würde die Stromerzeugung aus deutschen Atomkraftwerken der Studie zufolge kurzfristig zur Hälfte durch Importe aus dem Ausland und zur Hälfte durch inländische Kohle- und Gaskraftwerke.

dpa

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