Es geht um um X5- und 335d-Modelle

Abgas-Manipulation: Jetzt wird auch gegen BMW geklagt

BMW sieht sich wegen des Verdachts auf Betrug bei Abgaswerten nun auch in den USA mit juristischen Scherereien konfrontiert. Eine Anwaltskanzlei reichte am Dienstag im Namen von Verbrauchern Klage gegen den Münchner Autobauer ein.

US-Kunden beschuldigen den deutschen Hersteller - ähnlich wie Volkswagen - mit einer speziellen Software Emissionswerte manipuliert zu haben. Das geht aus der Klageschrift hervor, die am Dienstag bei einem Gericht im US-Bundesstaat New Jersey eingereicht wurde.

Hinter dem Verfahren steht die US-Kanzlei Hagens Berman, die bereits ähnliche Sammelklagen gegen Volkswagen, Fiat Chrysler, General Motors, Daimler und Ford eingereicht hat. Bislang hatte dies nur für VW teure Konsequenzen. Ein US-Sprecher von BMW war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Bislang hat das Unternehmen Anschuldigungen der Abgas-Manipulation stets zurückgewiesen. "Niemand hätte diese Autos gekauft, wenn BMW die Wahrheit erzählt hätte", erklärte Steven Berman, geschäftsführender Gesellschafter der Anwaltsfirma.

Auch interessant: Neuer Diesel-Skandal: VW, BMW und Daimler sollen Abgas-Versuche an Affen gemacht haben

Klage gegen BMW: Es geht um „Zehntausende“ X5- und 335d-Modelle

Die Klage gegen BMW ähnelt jenen, die im Dieselskandal in den USA gegen Volkswagen eingereicht worden waren. Den Wolfsburgern ist der Skandal in den Vereinigten Staaten extrem teuer zu stehen gekommen: Die Summe der dortigen Entschädigungen und Strafzahlungen beläuft sich inzwischen auf mehr als 22 Milliarden Dollar (18,5 Milliarden Euro). 

Razzia in BMW-Konzernzentrale - Münchener Staatsanwaltschaft ermittelt

BMW wiederum hatte Ende Februar erklärt, "irrtümlich" eine fehlerhafte Abgas-Software in tausende Fahrzeuge eingebaut zu haben. Weltweit sollten deshalb Zehntausende Wagen zurückgerufen werden, teilte das Unternehmen mit. Die Staatsanwaltschaft München I ermittelt wegen des Skandals und ließ in der vergangenen Woche die Konzernzentrale durchsuchen.

Konkret geht es bei der US-Klage um „Zehntausende“ X5- und 335d-Modelle, die zwischen 2009 und 2013 unter falschen Versprechen zur Umweltverträglichkeit verkauft worden sein sollen. Der Schadstoffausstoß überschreite die US-Grenzwerte um das bis zu 27-fache, heißt es in der Klage. Die Vorwürfe richten sich auch gegen den Zulieferer Bosch, der beim VW-Skandal ins Visier der US-Justiz geraten war.

Lesen Sie auch: Falsche Abgas-Software? Razzia bei BMW in München

Auch interessant: Abgas-Skandal: Staatsanwaltschaft durchsucht VW-Zentrale

dpa, afp

Rubriklistenbild: © dpa / Lino Mirgeler

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