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Der tz-Führer durch den Anlage-Dschungel

Angebote, Risiken, Renditen: So legen Sie ihr Geld richtig an

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Die tz hilft Ihnen mithilfe von Experten des Bankenverbandes durch den Anlage-Dschungel. Wir stellen Ihnen die wichtigsten Anlageformen mit ihren Risiken und Renditen vor.

Hybridfonds, Lebenszyklusfonds, ETF: Die Bankensprache kann Kunden schon ganz schön verunsichern. Dabei geht es bei all diesen Anlage-Formen vor allem um eines: um ihr gutes Geld! Die tz hilft Ihnen mithilfe von Experten des Bankenverbandes durch diesen Anlage-Dschungel. Heute stellen wir Ihnen die wichtigsten Anlageformen mit ihren Risiken und Renditen vor.

Aktien

Mit einer Aktie werden Sie Mitbesitzer eines Unternehmens. Über 900 Milliarden Euro haben die Deutschen in Wertpapieren angelegt – 30 Prozent davon in Aktien.

Risiko: Indirekt tragen Sie das volle unternehmerische Risiko mit: Wird das Unternehmen schlecht gemanagt oder kommt durch politische Entwicklungen ins Trudeln, stürzt ihre Aktie ab. Der Aktienmarkt insgesamt aber verspricht seit Jahren deutliche Zuwächse – was aber keinerlei Garantie für die Zukunft bietet.

Rendite: Neben den Kursgewinnen kassieren Sie auch noch die Ausschüttung einer Dividende (siehe Tabelle rechts oben mit allen Dax-Werten) – wenn das Unternehmen gut läuft.

Aktienfonds

Um sich nicht dem Kursrisiko eines Einzelwerts auszusetzen, bieten sich Aktienfonds an, also Pakete mit verschiedenen Aktien.

Risiko: Weniger groß wie beim Einzelwert – aber wenn es mit der Börse insgesamt oder der jeweiligen Branche, in die Ihr Fonds investiert, bergab geht, verlieren auch Fonds.

Rendite: Bei gemanagten Fonds geht zwar relativ viel Geld für die Fondsverwaltung drauf. Die Investition in Aktien lohnt sich trotzdem, wie die Entwicklung der letzten Jahrzehnte zeigt (siehe Tabelle zu Sparplänen): Im Schnitt liegt die jährliche Rendite bei einem Fonds-Sparplan nach zehn Jahren bei satten 8,4 Prozent.

▶ ETF

Abkürzung für Exchange Traded Funds, also börsengehandelte Fonds. Im Unterschied zu verwalteten Fonds, wo Anlageexperten Aktien kaufen und verkaufen, um eine optimale Kursentwicklung zu bekommen, bilden die meisten ETF die Wertentwicklung eines Finanzindex automatisch ab.

Risiko: Laut Finanztest soll man sich nicht von Beratern verunsichern lassen, die behaupten, ETF seien riskanter als gemanagte Fonds. „Berater verkaufen ungern ETF, weil sie an aktiv gemanagten Fonds mehr verdienen“, so die Experten der Stiftung Warentest. „Mit einem ETF haben sie in etwa dieselben Kursrisiken wie mit einem aktiv gemanagten Fonds.“ Finanztest empfiehlt ETF, die sich auf den MSCI World-Index beziehen.

Rentenfonds

Ein irreführender Begriff aus dem 19. Jahrhundert, denn mit Altersrente haben diese Fonds nichts zu tun: Gemeint sind Anleihen, also festverzinsliche Wertpapiere mit fester Laufzeit. Diese Anleihen werden von Einrichtungen der öffentlichen Hand (Bund, Länder, Gemeinde), Unternehmen oder Banken herausgegeben und an der Börse gehandelt.

Risiko: Der Anbieter der Anleihe ist verpflichtet, dem Anleger zum Laufzeit­ende den bei Ausgabe verbrieften Betrag zurückzuzahlen. Wird die Anleihe während der Laufzeit verkauft, kann der Kurswert abweichen, Anleger können also einen Kursgewinn oder Verlust erzielen.

Rendite: Die Zinshöhe ist abhängig von der Laufzeit und Kreditwürdigkeit des Herausgebers. Von „Langläufern“ (siehe Sparplan-Tabelle) spricht man bei Laufzeiten ab zehn Jahren – hier liegt die Rendite laut der Tabelle des Fondsverbands BVI bei Rentenfonds aus dem Euroraum bei 3,8 %, bei „Mittelläufern“ mit einer Laufzeit von drei bis sieben Jahren bei 2,9 %. Internationale Fonds mit Dollar-Anleihen haben ein zusätzliches Wechselkurs-Risiko.

Mischfonds

Wie der Name sagt, mischen diese Fonds riskantere Aktienpakete mit sichereren festverzinslichen Papieren.

Risiko: Je nach Gewichtung des Aktien- und Rentenanteils unterschiedlich. Anleger sollten sich also unbedingt genau über die Zusammensetzung des Mischfonds informieren.

Rendite: Generell gilt: Je riskanter, desto höher die Rendite. Im Schnitt laut BVI-Tabelle 3,4 Prozent Gewinn nach zehn Jahren bei Euro-Mischfonds.

Immobilienfonds

Geschlossene Immobilienfonds sammeln Geld für konkrete Bauprojekte und werden nicht an der Börse gehandelt. Offene Immobilienfonds sammeln Geld für verschiedene Projekte, Anteile können jederzeit zugekauft werden.

Risiko: Geschlossene Fonds sind riskant, bieten aber (auch steuerliche) Gewinnchancen. Offene Fonds gelten als relativ sicher und wertstabil.

Rendite: 1,1 % (bei Anlage für zehn Jahre) bis 4,1 % (35 Jahre).

Dividenden-Renditen Dax-Unternehmen

Ausgeschüttete Dividenden pro Aktie in Euro und Dividenden-rendite im Bezug zum Kurs an der Hauptversammlung

Unternehmen

Dividende 2016

Dividende 2017

Rendite 2016

Rendite 2017

Adidas

1,60 Euro

2,00 Euro

1,41 %

1,12 %

Allianz SE

7,30

7,60

4,87 %

4,31 %

BASF SE

2,90

3,00

4,02 %

3,35 %

Bayer

2,50

2,70

2,48 %

2,38 %

Beiersdorf

0,70

0,70

0,88 %

0,77 %

BMW

3,20

3,50

4,23 %

3,88 %

Commerzbank

0,20

0,00

2,42 %

0,00 %

Continental

3,75

4,25

1,96 %

2,10 %

Daimler

3,25

3,25

5,20 %

4,49 %

Deutsche Bank

0,00

0,19

0,00 %

1,13 %

Deutsche Börse

2,25

2,35

2,94 %

2,54 %

Deutsche Lufthansa

0,50

0,50

3,48 %

3,06 %

Deutsche Post

0,85

1,05

3,15 %

3,18 %

Deutsche Telekom

0,55

0,60

3,35 %

3,39 %

E.ON

0,50

0,21

5,33 %

2,84 %

Fresenius Med. Care

0,80

0,96

1,08 %

1,12 %

Fresenius SE

0,55

0,62

0,86 %

0,76 %

Heidelberg Cement

1,30

1,60

1,66 %

1,81 %

Henkel

1,47

1,62

1,49 %

1,32 %

Infineon

0,20

0,22

1,74 %

1,27 %

Linde

3,45

3,70

2,64 %

2,17 %

Merck

1,05

1,20

1,28 %

1,11 %

Munich Re

8,25

8,60

4,74 %

4,54 %

ProSiebenSat1 Media

1,80

1,90

4,59 %

4,84 %

RWE

0,00

0,00

0,00 %

0,00 %

SAP

1,15

1,25

1,68 %

1,32 %

Siemens

3,50

3,60

3,86 %

2,93 %

Thyssen Krupp

0,15

0,15

1,05 %

0,62 %

Volkswagen

0,17

2,06

0,14 %

1,43 %

Vonovia

0,94

1,12

3,12 %

3,12 %

Quelle: Dividendenchecker.de

Die Renditen der Sparpläne

Fondsgruppe

Ergebnis* nach 10 Jahren (eingezahlt: 12.000 Euro)

15 Jahre (eingezahlt: 18.000 Euro)

20 Jahre (eingezahlt: 24.000 Euro)

25 Jahre (eingezahlt: 30.000 Euro)

30 Jahre (eingezahlt: 36.000 Euro)

35 Jahre (eingezahlt: 42.000 Euro)

Aktienfonds Deutschland

18.558 Euro (8,4 % p.a.)

33.512 Euro (7,8 %)

46.857 Euro (6,3 %)

75.725 Euro (6,7 %)

121.346 Euro (7,2 %)

201.692 Euro (7,7 %)

Aktienfonds Europa

16.676 Euro (6,4 %)

27.297 Euro (5,3 %)

35.751 Euro (3,8 %)

53.962 Euro (4,4 %)

79.182 Euro (4,8 %)

124.834 Euro (5,5 %)

Aktienfonds global

17.862 Euro (7,7 %)

29.222 Euro

(6,2 %)

40.954 Euro

(5,0 %)

67.427 Euro (5,9 %)

104.934 Euro (6,4 %)

160.907 Euro (6,7 %)

Euro-Rentenfonds, Mittelläufer

13.923 Euro (2,9 %)

22.708 Euro (3,0 %)

33.875 Euro

(3,3 %)

50.100 Euro (3,9 %)

76.230 Euro (4,6 %)

108.654 Euro (4,9 %)

Euro-Rentenfonds, Langläufer

14.596 Euro (3,8 %)

23.818 Euro (3,6 %)

35.913 Euro (3,9 %)

49.305 Euro (3,8 %)

71.267 Euro (4,2 %)

101.421 Euro (4,6 %)

Rentenfonds international, Mittelläufer

13.866 Euro (2,8 %)

23.024 Euro (3,2 %)

33.598 Euro (3,2 %)

49.782 Euro (3,8 %)

74.014 Euro (4,4 %)

105.950 Euro (4,8 %)

Rentenfonds international

Langläufer

14.508 Euro (3,7 %)

23.388 Euro (3,4 %)

33.618 Euro (3,2 %)

48.752 Euro (3,7 %)

---

---

Mischfonds Euro

14.245 Euro (3,4 %)

23.881 Euro (3,7 %)

35.945 Euro (3,9 %)

56.389 Euro (4,7 %)

88.129 Euro (5,4 %)

131.592 Euro (5,8 %)

Offene Immobilienfonds

12.684 Euro (1,1 %)

20.649 Euro (1,8 %)

31.782 Euro (2,7 %)

45.223 Euro (3,1 %)

64.569 Euro (3,6 %)

91.422 Euro (4,1 %)


Einzahlung pro Monat: 100 Euro. *jeweils jährliche (per annum, p.a.) Rendite. Ergebnisse berücksichtigen alle Kosten inklusive Ausgabenaufschlag. Angaben sind ­Durchschnittswerte der jeweiligen Fondsgruppe Quelle: BVI

Zehn goldene Experten-Tipps: So legen Sie ihr Geld richtig an

Auf mehr als fünf Billionen Euro beläuft sich das Geldvermögen der Deutschen. Das Geld ruht auf auf Spar- und Festgeldkonten, ist in Wertpapieren angelegt und wird bei Lebensversicherungen angespart. Doch sind die Ersparnisse auch richtig angelegt? Viele Sparer sind angesichts von Nullzinspolitik und Unsicherheiten an den Börsen verunsichert. Was tun?

Guten Rat zur Geld- und Vermögensanlage gibt es für tz-Leser bei einer Telefonaktion mit drei Experten vom Bundesverband deutscher Banken. Sie stehen am Dienstag, den 18. Juli, von 11 bis 13 Uhr unseren Lesern Rede und Antwort, am Telefon und im Live-Chat. Die Experten haben vorab schon einmal zehn Finanztipps für Sparer und Anleger zusammengestellt:

  1. Auch der beste Finanzprofi kann nicht sicher vorhersagen, wie sich Kapitalmärkte und Börsen, Wertpapierkurse und Zinsen in Zukunft entwickeln werden. Alles auf eine Karte zu setzen wäre daher riskant. Sicherer ist es, sein Vermögen breit zu streuen, das heißt auf verschiedene Anlageformen zu verteilen.
  2. So mancher sucht sein Glück im Ausland. Auch für sein Geld. Doch bei Anlagen in fremden Währungen wie Dollar, Franken oder Kronen sollte man das Risiko schwankender Wechselkurse nicht unterschätzen. Ein fallender Wechselkurs kann Zinsvorteile anderer Währungen schnell zunichtemachen.
  3. Ohne Risiko gibt es keine attraktive Rendite mehr. Vorsicht also, wenn eine hohe Rendite bei null Risiko versprochen wird.
  4. Für einen langfristigen Vermögensaufbau haben sich Fondssparpläne bewährt. Vor allem Aktienfonds bieten auf Dauer hohe Renditechancen. Sparer benötigen dafür freilich Durchhaltevermögen und sollten in Krisenzeiten nicht vorschnell verkaufen.
  5. Aktien bieten oft attraktive Dividendenausschüttungen. Dafür müssen Aktiensparer jedoch Kursschwankungen akzeptieren. Wichtig: Aktien nur mit Geld kaufen, das langfristig angelegt und nicht anderweitig gebraucht wird. Dann lassen sich schlechte Börsenphasen „aussitzen“.
  6. Gold bringt keine Zinsen. Profitieren können Goldliebhaber nur von steigenden Goldpreisen. Andererseits besitzt Gold seit Jahrtausenden einen hohen Wert und ist vor allem in Krisenzeiten gefragt. Einen Teil des Vermögens in Gold anzulegen kann daher helfen, die Nerven mancher Anleger zu beruhigen.
  7. Dem Fiskus steht ein Teil der Erträge zu. So werden Zinsen, Dividenden und andere Kapitalerträge grundsätzlich mit der Abgeltungsteuer in Höhe von 25 Prozent zuzüglich Kirchensteuer und Soli belegt. Das gefällt nicht jedem. Dennoch sollte man Kapitalanlagen nicht ausschließlich unter steuerlichen Gesichtspunkten auswählen.
  8. Vorsicht vor vermeintlich „todsicheren“ Tipps. Bei Anlage­entscheidungen sollten Sie sich auch nie unter Zeitdruck setzen lassen!
  9. Wer Geld anzulegen hat, sollte die Finanzprodukte auch verstehen, für die er sich entscheidet. Im Zweifel den Berater um weitere Informationen bitten. Von undurchsichtigen Finanzprodukten lässt man besser die Finger.
  10. Für plötzliche Notfälle sollte man über einen schnell verfügbaren, sicheren „Notgroschen“ verfügen können. Hierfür bieten sich insbesondere Spar- und Tagesgeldkonten an. Wie hoch der „Notgroschen“ sein muss, wird jeder für sich anders beantworten. Wenigstens zwei bis drei Monats­gehälter sollten es nach Möglichkeit schon sein. Die Verzinsung ist dabei eher neben­sächlich.

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