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Die Schuldenlast erschwert Präsident Barack Obama den Kampf gegen die aktuelle Rezession.

Die Angst vor der nächsten Krise

Washington - Der immer höher aufgeschüttete Schuldenberg der USA könnte nach Einschätzung von Ökonomen Auslöser der nächsten Weltwirtschaftskrise werden, falls die Regierung in Washington nicht entschieden gegensteuert. Auch hierzulande ist der Staat tief in den Miesen.

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Deutschlands Schuldenberg

Auf mehr als 11,5 Billionen Dollar (knapp 8,3 Billionen Euro) ist die amerikanische Staatsverschuldung in der aktuellen Rezession schon geklettert. Ausgeschrieben sind das 11 500 000 000 000 Dollar. Die Verschuldung liegt inzwischen bei mehr als 80 Prozent der gesamten jährlichen Wirtschaftsleistung in den USA , ausgedrückt durch das Bruttoinlandsprodukt (BIP). Jeder einzelne US-Bürger hat rechnerisch allein durch den Staat etwa 37 000 Dollar (26 600 Euro) Schulden.

Deutschland steht relativ gesehen nicht sehr viel besser da: Die Verschuldung von inzwischen knapp 1,59 Billionen Euro entspricht fast 73 Prozent des BIP von 2008. Ende 2008 lag die Staatsverschuldung in Deutschland noch bei beinahe 1,52 Billionen Euro, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von rund 18 500 Euro entspricht. Und Ende dieses Jahres wird der gesamtstaatliche Schuldenberg nach Schätzung der Bundesregierung auf mehr als 1,7 Billionen Euro gewachsen sein (siehe Kasten). Die Pro-Kopf-Verschuldung wird dann die Grenze von 20 000 Euro überschritten haben.

452 Millionen Dollar Zinsen für Schulden

Die Zinsen für den gigantischen Schuldenberg in den USA , 452 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr, stellen dort inzwischen den vierthöchsten Ausgabenposten des Staates dar, nach Gesundheit, Sozialleistungen und Verteidigung. Die Schuldenlast erschwert Präsident Barack Obama den Kampf gegen die aktuelle Rezession: Zu höheren Ausgaben für Förderprogramme und Bankenrettung kommen auch noch sinkende Steuereinnahmen wegen des Wirtschaftseinbruchs.

Experten sehen höhere Steuern oder die Kappung staatlicher Leistungen – oder beides zugleich – als praktisch unausweichlich. „Wenn wir nicht unsere Entschiedenheit demonstrieren, auf längere Sicht die Staatsfinanzen nachhaltig zu gestalten, bekommen wir weder finanzielle Stabilität noch gesundes Wirtschaftswachstum“, sagte Notenbankchef Ben Bernanke unlängst vor dem Parlament.

Die Vereinigten Staaten von Amerika sind zum ersten Mal 1790 in die roten Zahlen gerutscht – mit 75 Millionen Dollar aus dem Unabhängigkeitskrieg gegen die Briten. Noch einmal, von 1834 bis 1835, war der Staat schuldenfrei. Seither hat sich das Defizit immer weiter aufgebaut – schneller in Kriegszeiten , langsamer im Frieden , aber dennoch fast stetig aufwärts. Einmal noch, von 1998 bis zum Jahr 2000, gab es Haushaltsüberschüsse, doch das erwies sich als Effekt einer überhitzten Konjunktur.

Schuldenuhr am Times Square ausgetauscht

Kriege in Irak und Afghanistan, Wirtschaftsförderprogramme unter den Präsidenten George W. Bush und jetzt Obama – die 1989 installierte Schuldenuhr am Times Square in New York musste 2008 gegen ein neues Modell ausgetauscht werden. Die Staatsverschuldung überstieg 10 Billionen Dollar; die alte Schuldenuhr konnte so viele Stellen nicht anzeigen.

Zwar liegt die Staatsverschuldung der USA derzeit noch deutlich unter den 120 Prozent des BIP in Zeiten des Zweiten Weltkriegs – drückend ist die Last dennoch. Das Geld, das der Staat ausgibt, kommt hauptsächlich aus dem Verkauf von Schatzbriefen, Treasury Bonds. Große Mengen dieser wegen ihrer vergleichsweise fast vollkommenen Sicherheit beliebten Wertpapiere sind im Besitz Chinas, Japans und der Ölstaaten am Persischen Golf. Sie sind die größten Gläubiger der Vereinigten Staaten. Doch die Billionenausgaben der US-Regierung zur Belebung der rezessionsgeplagten Wirtschaft drücken bereits den Wert des Dollars und machen T-Bonds weniger attraktiv für Anleger.

Würden große Gläubiger abspringen und ihre US-Staatsverschreibungen verkaufen, würde das neuerlich Schockwellen durch die globale Wirtschaft schicken und die Zinsen in den USA scharf ansteigen lassen. In den USA löst die hohe Verschuldung Umfragen zufolge inzwischen steigende Besorgnis aus.

Von Tom Raum

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