Anhebung des Rentenalters: Der Stichtag ist 31. Dezember

- München - Die Altersgrenzen für Arbeitslose und Altersteilzeitarbeitnehmer werden ab 2006 bis 2008 in Monatsschritten von 60 auf 63 Jahre angehoben. Das hat das Bundeskabinett in Berlin beschlossen. Für Rentenversicherte, die vor dem 1. Januar 1952 geboren sind, gibt es aber noch einen Ausweg: Sie genießen Vertrauensschutz, wenn sie bis zum 31. Dezember ihr Arbeitsverhältnis beenden. Das heißt: Sie brauchen entweder einen Auflösungsvertrag, um arbeitslos zu werden. Oder sie müssen einen Altersteilzeitvertrag unterschreiben.

<P>Die Angelegenheit ist ziemlich kompliziert: Nach dem Gesetzentwurf der Bundesregierung sollen von der zwischen 2006 und 2008 erfolgenden Anhebung der Altersgrenze von 60 auf 63 Jahre 1946 geborene und jüngere Versicherte betroffen sein - sofern sie noch keinen Altersteilzeitvertrag haben oder arbeitslos sind, erklärt das Bundessozialministerium in Berlin.<BR><BR>Jeder Monat zählt</P><P>Im Januar 1946 Geborene sollen diese Altersrente frühestens mit 60 Jahren und einen Monat beziehen können, im Februar 1946 Geborene frühestens mit 60 Jahren und zwei Monaten und so weiter. Schließlich können im Dezember 1948 und später Geborene frühestmöglich mit 63 Jahren eine Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeitarbeit in Anspruch nehmen.<BR><BR>Ein Rentenbezug vor diesem Zeitpunkt ist - auch unter Inkaufnahme von Abschlägen - bei dieser Altersrente dann grundsätzlich nicht mehr möglich. Versicherte, die nach dem 31. Dezember 1951 geboren sind, haben bereits nach geltendem Recht keinen Anspruch mehr auf diese Rentenart.<BR><BR>Erwerbstätige</P><P>Ruhestandswillige Menschen, die vor dem 1. Januar 1952 geboren sind, sollten also rasch mit ihrem Chef über einen Auflösungs- oder einen Altersteilzeitvertrag sprechen. Stichtag ist der 31. Dezember 2003. Wer dann noch arbeitet, kann frühestens mit 63 in Rente.<BR><BR>Arbeitslose</P><P>Wer vor dem 1. Januar 1952 geboren und am 1. Januar 2004 arbeitslos ist, kann weiter nach der alten Regelung in Rente gehen. Für diese Gruppe gilt Vertrauensschutz. Für alle die, die nicht beide Voraussetzungen erfüllen, gilt die oben beschriebene schrittweise Anhebung.<BR><BR>Seit 1952 Geborene</P><P>Für alle die, die nach dem 1. Januar 1952 geboren sind, ändert sich eigentlich gar nichts. Sie können bereits seit der Rentenreform 1992 die Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeit sowie die Altersrente für Frauen nicht mehr - auch nicht mit Abschlägen - in Anspruch nehmen. Diese Personengruppe kann jedoch weiterhin die Regelaltersrente, die Altersrente für langjährig Versicherte und die Altersrente für schwerbehinderte Menschen beantragen.<BR><BR>Frauen und Schwerbehinderte</P><P>Für diese Personengruppen ändert sich durch die neuesten Kabinettsbeschlüsse in Berlin nichts.</P><P>Informationen gibt es unter www.bfa.de oder am kostenfreien Servicetelefon der LVA unter 0800/4 63 65 82. Unsere Zeitung wird demnächst eine Telefonaktion zum Thema durchführen.<BR></P>

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