Anklage gegen Ex-BayernLB-Vorstände

München - Die Staatsanwaltschaft München hat die Anklage gegen alle acht ehemaligen Vorstandsmitglieder der BayernLB bestätigt. Sie wurde bereits am 25. Mai vor der 6. Strafkammer des Landgerichts München I erhoben.

Das teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit. Vergangene Woche hatte die Behörde entsprechende Medienberichte noch nicht kommentiert. Die Staatsanwaltschaft wirft den damaligen BayernLB-Vorständen Verfehlungen im Zusammenhang mit dem Kauf der Mehrheit an der österreichischen Hypo Group Alpe Adria (HGAA) im Mai 2007 vor. Alle acht sollen dabei über “im Rahmen des Erwerbsprozesses aufgedeckte Risiken“ bewusst hinweggesehen und das für einen Kauf erforderliche Verfahren missachtet haben. Dadurch sei ein Schaden von knapp 550 Millionen Euro entstanden.

Sieben der ehemaligen Vorstandsmitglieder wirft die Staatsanwaltschaft zudem vor, beim Erwerb von Aktien der HGAA von einer Privatstiftung im Dezember 2007 Untreue mit einem Schaden von weiteren rund 74 Millionen Euro begangen zu haben. Zudem beschuldigt die Staatsanwaltschaft vier der Manager der Bestechung eines europäischen Amtsträgers und der Anstiftung zur Untreue. Dabei geht es um vom ehemaligen Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider gefordertes Sponsoring für das Klagenfurter Fußballstadion. Die Anklageschrift umfasst laut Staatsanwaltschaft 474 Seiten, die Verfahrensakten füllen 255 Aktenordner. Der Kauf der HGAA geriet für die BayernLB zum Debakel. Insgesamt kostete er die Bank und damit letztlich den Steuerzahler 3,7 Milliarden Euro.

dapd

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