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China geht gegen Finanzbetrug vor.

Viele chinesische Investoren verlieren ihre Ersparnisse.

Anklagen in China nach mutmaßlichem Milliardenbetrug mit Schneeballsystem

Peking - Wegen eines mutmaßlichen Milliardenbetrugs mit Hilfe eines Schneeballsystems müssen sich in China 26 Menschen vor Gericht verantworten. Auch Spitzenmanager stehen unter Anklage.

Die Polizei habe den Fall rund um die angebliche Investmentfirma Ezubao, die Investoren um umgerechnet sieben Milliarden Euro gebracht haben soll, an die Staatsanwaltschaft übergeben, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am späten Dienstagabend.

Elf Verdächtige wurden nach Angaben der Strafverfolgungsbehörde wegen des Verdachts auf Betrug angeklagt. 15 weiteren werde zur Last gelegt, sich illegal die Ersparnisse von Investoren zu eigen gemacht zu haben.

Ezubao hatte nach Angaben der Polizei Anleger mit erfundenen Projekten und Traumrenditen angelockt. Die Investitionen neuer Kunden wurden demnach dafür genutzt, Fälligkeiten gegenüber älteren Anlegern zu begleichen.

Zu den Angeklagten zählt unter anderem die Führungsspitze der Ezubao-Mutter Yucheng, darunter deren Generaldirektorin Zhang Min. Sie hatte das Vorgehen von Ezubao im Februar im staatlichen Fernsehen als "klassisches Schneeballsystem" beschrieben. Internationale Menschenrechtler kritisierten die Ausstrahlung des angeblichen Geständnisses als Verstoß gegen das Recht auf ein faires Gerichtsverfahren.

Betrug mit Finanzprodukten ist in China weit verbreitet. Oft sind enorm viele Investoren betroffen. Sie suchen in Zeiten geringer Zinsen, eines schwankenden Aktienmarkts und einer ungewissen Entwicklung auf dem Immobilienmarkt nach lohnenswerten Anlagemöglichkeiten.

afp

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