Anlageberatung für Senioren: Was einige Banken vernachlässigen

- Wer hilft älteren Menschen, wenn es um Finanzberatung und die Sicherung der Altersversorgung geht? "Banken und Versicherungen nicht, die kennen die Bedürfnisse Älterer nicht", sagt Joachim Schwer. Auch Verbraucherschützer berichten, dass viele Kunden unzufrieden mit der Beratung bei Banken und Versicherungen seien. Der ehemalige Bankdirektor Schwer weiß um die Nöte von Senioren, denn er ist Begründer der Finanzberatergruppe "Die Alten Hasen", die ausschließlich ältere Menschen betreut.

<P>Das Netzwerk</P><P>"Senioren beraten Senioren", lautet das Motto in dem Netzwerk arbeiten ehemalige Bankberater, die alle über 55 Jahre alt sind und mindestens 20 Jahre Berufserfahrung haben. 24 Experten verschiedener Fachrichtungen kümmern sich um die ältere Klientel. Neben der Zentrale in Frankfurt verfügt die Gruppe über Dependancen in Bayreuth, Berlin, Dortmund, Kassel und Köln. In Oberbayern gibt es bislang keine Niederlassung, allerdings ist unter der Nummer 069 / 92 03 78 90 eine telefonische Beratung möglich.<BR><BR>Schwerpunktthemen</P><P>"Der Großteil unserer Kunden sorgt sich um seine Rente, und vielen wird ihr Versorgungsproblem erst im Alter bewusst", sagt Schwer. Größtes Problem seien dabei Immobilien. "Viele verpassen es, rechtzeitig die richtigen Schritte zu tun, um im Alter bedarfsgerecht zu wohnen", weiß Schwer. Denn fast alle Kunden wollten möglichst lange im eigenen Haus bleiben. Eine Möglichkeit, die Rente aufzubessern, ohne die eigenen vier Wände zu verlassen, sei die Verrentung des Hauses auf Leibrenten-Basis. Einige dieser Modelle berücksichtigten auch einen späteren Umzug etwa aus medizinischen Gründen, wobei ein Teil der Kosten im Seniorenheim übernommen werde.<BR><BR>Weiterer Beratungsschwerpunkt der "Alten Hasen" ist der Umgang mit Wertpapierdepots. "Hier zeigt sich besonders das Beratungsmanko der Banken, denn ob die Kunden am Bankschalter 30 oder 60 Jahre alt sind, allen werden die gleichen Produkte verkauft", kritisiert Schwer. Pensionären würden sogar Steuersparmodelle offeriert, obwohl sie damit meist nichts anfangen könnten. Aktien seien für Ältere generell nur begrenzt empfehlenswert. "Der Aktienanteil am Vermögen sollte aus Risikogründen nie mehr als 100 minus Alter betragen", betont Schwer. Bei einem 70-Jährigen seien das also höchstens 30 Prozent.<BR><BR>Kosten</P><P>Die "Alten Hasen" sind laut Schwer nur beratend tätig, Produkte werden weder vermittelt noch verkauft. Billig ist die Arbeit der Experten allerdings nicht. Die Beratungskosten betragen je nach Fall 200 bis 300 Euro pro Stunde.<BR><BR>Weitere Anlaufstellen</P><P>Neben den "Alten Hasen" bieten auch die bundesweiten Verbraucherzentralen umfangreiche Finanzberatungen - auch für ältere Menschen - an. Dort ist die Nachfrage in den letzten Jahren bundesweit rapide gestiegen, wie der Bundesverband der Verbraucherzentralen mitteilt. "Die Zahl der Finanzberatungen hat sich in den letzten Jahren verdoppelt", heißt es in Berlin. Viele Kunden seien unzufrieden mit der Beratung bei Kreditinstituten und Versicherungen. "Auch dort gibt es nichts umsonst, denn die oft mangelhafte Beratung müssen die Kunden mit Gebühren und Aufschlägen teuer bezahlen." </P><P>Die Verbraucherzentrale Bayern unterhält unter anderem Beratungsstellen in München (089 / 53 75 53), Germering (089 / 84 67 75) und Rosenheim (08031 / 3 77 00). Die Kosten dafür liegen zwischen 100 bis 160 Euro.</P><P>www.diealtenhasen.de<BR>www.verbraucherzentrale-bayern.de<BR><BR></P>

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