Anleger im Goldrausch, doch Vorsicht: Lieber auf Fonds setzen

- München - Goldene Zeiten für Goldanleger. Der Preis für das edle Metall steigt und steigt. Wurden je Feinunze Anfang 2001 noch rund 260 Dollar gezahlt, waren es zuletzt um die 400 Dollar. Und zahlreiche Argumente sprechen für eine Fortsetzung der Goldrallye.

<P>Dass die Nachfrage nach dem Edelmetall in den vergangenen Jahren zugenommen hat ist wenig verwunderlich. Gold ist ein klassischer Indikator für wirtschafts- und geopolitische Spannungen. Und davon gab es in den vergangenen vier Jahren mehr als genug. Die Terroranschläge vom 11. September, der Irak-Krieg, Bilanzskandale, eine schwache Konjunktur und nicht zuletzt ein weltweiter Abschwung an den Aktienmärkten sorgten dafür, dass Anleger zusehends in sichere Häfen wie festverzinsliche Wertpapiere und Gold flüchteten.</P><P>Verkäufer von Gold warten auf noch höhere Preise <BR><BR>Zwar mehren sich inzwischen die Zeichen für einen nachhaltigen wirtschaftlichen Aufschwung. Dennoch ist die Nachfrage nach dem gelben Metall ungebrochen. Und dies liegt keineswegs an dessen Funktion als Krisenbarometer. Derzeit steht einer jährlichen Produktion von gerade mal 2700 Tonnen eine Nachfrage in Höhe von rund 3500 Tonnen gegenüber. Und daran dürfte sich vorerst auch wenig ändern. Ein großer Teil der Nachfrage kommt aus dem boomenden Wirtschaftsraum China. Und das wird nach Expertenansicht auch in diesem Jahr so bleiben. Die im Zuge der wirtschaftlichen Dynamik entstandene Mittelschicht von rund 200 Millionen Chinesen hat einen enormen Bedarf an Gold - vor allem für Schmuck. Gleichzeitig ist das Angebot begrenzt. So hat sich zum einen das Verhalten der Produzenten verändert. Diese hielten sich in Erwartung eines weiter steigenden Goldpreises mit Verkäufen immer mehr zurück.<BR><BR>Zu einer Belebung des Interesses an dem seltenen Metall: Der US-Konjunktur ist nicht zu trauen</P><P>haben aber auch die niedrigen Zinsen beigetragen. In Folge des massiven Konjunktureinbruchs rund um den Erdball, haben die Notenbanken, allen voran die US-Zentralbank, ihre Zinsen zum Teil kräftig gesenkt, um die Konjunktur zu beleben. "Damit sind die Opportunitätskosten von Gold im Vergleich zu Zinsanlagen gesunken", erläutert Wolfgang Wilke, Rohstoffexperte der Dresdner Bank. Gold hat also gegenüber sicheren Zinsanlagen an Attraktivität gewonnen. Einer der Haupteinflussfaktoren auf den Preis des Edelmetalls aber ist die Dollarentwicklung. "Gold wird in Dollar notiert", erklärt Wilke. "Fällt der Kurs der US-Währung, dann steigt der Goldpreis." Und so trieb insbesondere der schwache Dollar den Preis für das glänzende Edelmetall zuletzt nach oben. <BR><BR>Dass die Dollarschwäche vorbei ist, daran glaubt Experte Wilke nicht. "Die amerikanische Konjunktur ist keineswegs so stark wie allgemein angenommen." Vor allem der hochdefizitäre Staatshaushalt und das hohe US-Leistungsbilanzdefizit machen ihn skeptisch. "Anleger investieren ihr Kapital dort, wo sie die höchsten Renditen erzielen", so Wilke. Und derzeit sei Euroland attraktiver. Da die Wechselkursentwicklung im Wesentlichen von den Kapitalströmen bestimmt wird, geht der Analyst von einer Fortsetzung der Dollarschwäche aus. Wilke hält eine Abwertung der US-Währung auf bis zu 1,40 Dollar gegenüber dem Euro für möglich. Und das werde sich auch in einem weiter steigenden Goldpreis niederschlagen. Zwar geht er davon aus, dass der Kurs des Edelmetalls in diesem Jahr durchschnittlich um die 420 Dollar schwanken wird. "In der Spitze sind aber bis zu 480 US-Dollar erreichbar." Wer auf Gold setzen möchte, sollte vorsichtig sein. Schließlich hat der Goldpreis bereits einen steilen Anstieg hinter sich. Rückschläge sind möglich. Vorsichtige Anleger sollten deshalb auf Fonds setzen, die in Goldminenaktien investieren.</P><P> </P>

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