Anleger wollen Daimler-Chrysler verklagen

- Stuttgart - Der Daimler-Chrysler AG drohen möglicherweise beträchtliche Schadenersatzforderungen von Anlegern, die die Aktien des Konzerns kurz vor der Rücktrittserklärung von Konzernchef Jürgen Schrempp verkauft haben. "Der Verstoß gegen die Publizitätspflichten ist so offenkundig, wie es das bisher noch selten gegeben hat", sagte der Münchner Anwalt Franz Braun den "Stuttgarter Nachrichten". Es könne daher "kaum einen Zweifel" geben, dass Anleger, die wegen verspäteter Veröffentlichung von Schrempps Plänen Schadenersatz einfordern, zum Zuge kommen.

Anleger, die ihre Daimler-Aktien verkauften, als der Konzern bereits über Schrempps bevorstehenden Rücktritt hätte informieren müssen, könnten den Betrag einklagen, der ihnen entgangen ist. Unmittelbar nach der Veröffentlichung war der Aktienkurs um rund zehn Prozent gestiegen, was einer Wertsteigerung des Konzerns um drei Milliarden Euro entspricht. Offenbar hat Schrempp selbst den Klägern ein wichtiges Beweismittel geliefert, als er kurz nach seiner Rücktrittsankündigung im "Focus" erklärte: "Ich habe darüber schon seit einiger Zeit mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Hilmar Kopper gesprochen. In einem dieser Gespräche haben wir dann festgestellt, dass Ende des Jahres der günstigste Zeitpunkt für einen Führungswechsel ist."

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