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Bei Siemens dürfen die Aktionäre auf der Hauptversammlung über die Managergehälter abstimmen.

Anleger stimmen über Manager-Gehälter ab

München - Bei Siemens dürfen die Aktionäre über die Gehälter der Manager abstimmen. Das Votum ist eine Revolution in der deutschen Unternehmensgeschichte. Doch wie weit gehen die Kompetenzen wirklich?

Mehr als drei Jahre nach dem Auffliegen des Siemens-Schmiergeldskandals will der Konzern dieses Kapitel auf seiner Hauptversammlung schließen. Denn dann sollen die Aktionäre die Vergleiche mit früheren Topmanagern über Schadensersatz absegnen.

Zudem lässt Siemens die Anleger erstmals über die Vorstandsgehälter abstimmen. Dabei müssen sich die Topmanager auf kritische Fragen zu ihrer Vergütung und zu den Vergleichen einstellen.

Insgesamt 24,5 Millionen Euro sollen der frühere Siemenschef Heinrich von Pierer und weitere Ex-Topmanager dem Konzern im Zuge der Korruptionsaffäre zahlen.

„Wir könnten uns auch vorstellen, dass man mehr hätte herausholen können“, sagte Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Schließlich habe der Skandal den Konzern mindestens 2,5 Milliarden Euro gekostet.

Die vorgeschlagenen Vergleiche hätten aber Signalwirkung, die wichtiger seien als jeder einzelne Euro, meinte Bergdolt. „Schonzeiten für Vorstände in Deutschland gibt es nicht mehr.“ Darum werde die DSW zustimmen.

Nach einem Schlussstrich könne Siemens sich dann in der Wirtschaftskrise voll auf das Geschäft konzentrieren. Auch die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) will den Vergleichen zustimmen.

„Wenn auch nur mit großen Bedenken“, wie die SdK erklärt. Denn die Summen, die von den Vorständen verlangt werden, seien „im Verhältnis zu dem verursachten Schaden lächerlich gering“.

Auch die Vergütung der Topmanager wollen die Aktionäre nicht einfach abnicken. Siemens-Chef Peter Löscher verdiente im vergangenen Jahr 7,1 Millionen Euro.

Erstmals dürfen die Anteilseigner hier mitreden, denn das neue Gesetz zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung soll für mehr Transparenz bei der Gestaltung von Gehalts- und Bonifragen sorgen.

Siemens setzte das Thema freiwillig auf die Tagesordnung. „Wir finden es gut, dass Siemens das zur Abstimmung stellt“, sagte Bergdolt. Auch wenn das Votum nur rein beratender Natur sei, zähle auch hier die Signalwirkung.

Zufrieden sind die Aktionärsschützer mit dem Vergütungssystem bei Siemens noch nicht. Die DSW kritisiert etwa, dass die Haltefristen für Aktienoptionen nur drei statt vier Jahre betragen. Die SdK lehnt unter anderem Abfindungsregelungen ab und will sogar ganz die Zustimmung verweigern.

Maria Marquart

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