Anleihen geschickt aufgeteilt: Der Trick mit den Laufzeiten

- Zinspapiere sind nach wie vor die Favoriten bei deutschen Anlegern. Und das Angebot ist groß: Zur Wahl stehen Sparbriefe, Festzins- oder Wachstumssparbücher, Schuldverschreibungen, Bundesanleihen oder ausländische Anleihen. Trotz des aktuell niedrigen Zinsniveaus können Zinspapiere durchaus eine Empfehlung sein.

<P>"Sie sind geeignet für Anleger, die Wert auf Sicherheit legen und als Beimischung in einem aktienlastigen Depot", sagt Karin Baur von "Finanztest". Bundesanleihen mit dreijähriger Laufzeit bringen derzeit eine Rendite von 3,0 %, fünfjährige 3,6 % und zehnjährige 4,3 %. Im historischen Vergleich ist das nicht viel. Denn die Papiere erzielten zu ihren besten Zeiten jährlich bis zu 9,4 %.</P><P>Nach wie vor sind Bundesanleihen der Maßstab für alle festverzinslichen Wertpapiere. "Anleihen, die weniger bringen, sollten Anleger nicht kaufen", betont Karin Baur. Bankprodukte bieten oft etwas höhere Zinsen. Nach einem Vergleich der Stiftung Warentest (Stand: 1. Oktober) gibt es hier für Einmalanlagen mit dreijähriger Laufzeit bis zu 3,3 %, bei fünfjähriger Laufzeit sind es bis zu 4,0 % und bei zehnjähriger Anlage bis zu 4,75 %.</P><P>Sicherheit ist Trumpf. Das gilt für Bundesanleihen, aber auch für Produkte von Genossenschaftsbanken und Sparkassen, denn sie können nicht Pleite gehen. Anders bei privaten Banken: "Die von ihnen ausgegebenen Anleihen sind durch kein Sicherungssystem geschützt", betont Baur.</P><P>Grundsätzlich sollten Anleger nicht in ein einziges Produkt investieren. Das gilt auch für sichere Zinspapiere. Problematisch ist hier die Wahl der richtigen Laufzeit.</P><P>Bei Langläufern besteht die Gefahr von Kursverlusten, wenn die Zinsen zwischenzeitlich steigen. <BR> Wer kürzere Laufzeiten wählt, dem drohen Verluste bei weiter fallenden Zinsen.</P><P>Wer größere Summen ab 50 000 Euro investieren will, dem empfehlen Experten der Stiftung Warentest, den Betrag gleichmäßig auf zehn Anleihen verschiedener Laufzeiten zu verteilen. Jedes Jahr wird eine Anleihe fällig, gleichzeitig kommt eine neue, zehnjährige Anleihe hinzu. "Gleich wie sich die Zinsen entwickeln, der Anleger profitiert", sagt Baur. Denn sollten die Zinsen steigen, könne man sich so von länger laufenden Anleihen trennen. Dadurch vermeide man Kursverluste und kann besser verzinste Papiere nachkaufen. Doch verursachen die jährlichen Zukäufe natürlich Kosten. Wer weniger anlegen will, sollte sich auf fünf Laufzeiten im Abstand von zwei Jahren beschränken.</P><P>"Niemand kann zuverlässig voraussagen, wie sich die Zinsen entwickeln werden", sagt Gernot Griebling, Analyst bei der Landesbank Baden-Württemberg. Mittelfristig seien allerdings wieder steigende Zinsen zu erwarten. "Deshalb sollten Anleger bei festverzinslichen Anleihen auf kurze Laufzeiten von zwei bis maximal vier Jahren setzen", rät er. </P><P>Eine Möglichkeit sind auch Rentenfonds, die in Anleihen investieren. So erzielten die besten internationalen Rentenfonds in den vergangenen fünf Jahren einen jährlichen Wertzuwachs von rund 13 %, bei Fonds in D-Mark/Euro waren es knapp 6 %.</P>

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