Anleihen: Die Steuerlast sinkt leicht

München - Ab Januar 2009 gilt in Deutschland die Abgeltungssteuer - bereits jetzt stiftet sie Verwirrung. Welche Geldanlageformen werden wie besteuert? Was müssen Sparer ab jetzt beachten? Wie entkommen sie dieser Steuerfalle?

In unserer neuen Serie "Abgeltungssteuer: Geldanlagen im Vergleich" prüfen wir genau diese Fakten. Im ersten Teil nehmen wir Anleihen unter die Lupe, mit denen Anleger durchaus von der Abgeltungssteuer profitieren können.

Grundlage einer erfolgreichen Geldanlage ist die richtige Aufteilung des Vermögens in verschiedene Anlageformen. Und dabei spielt neben der individuellen Risikobereitschaft eben auch die ab 2009 geltende Abgeltungssteuer eine wichtige Rolle. Anleihen erstklassiger Emittenten sind da eine gute Basisanlage. Die Abgeltungssteuer bringt Vor- und Nachteile. Bei den Zinserträgen sinkt für die meisten Anleger die Steuerlast. Dafür sind Kursgewinne auch bei mehr als einem Jahr Haltedauer künftig zu versteuern.

Was sind Anleihen?

Wer sich für den Kauf eines festverzinslichen Wertpapiers entscheidet, leiht dem Anleihenschuldner einen bestimmten Geldbetrag (Nominalwert). Dafür erhält der Käufer eine feste Verzinsung die zumeist jährlich gewährt wird, denkbar sind aber auch mehrere Ausschüttungen jährlich oder eine Gesamtausschüttung am Ende der Laufzeit.

Welche Arten gibt es?

Festverzinsliche Wertpapiere werden hierzulande entweder vom Staat, von Banken oder von Unternehmen ausgegeben. Sie unterscheiden sich in Laufzeit und im Zeitpunkt der Zinszahlung (jährlich oder am Ende der Laufzeit). Zu den Bundeswertpapieren zählen Bundesanleihen, -obligationen oder Finanzierungsschätze. Banken emittieren Sparbriefe, Pfandbriefe oder Inhaberschuldverschreibungen.

Besseres Rating - geringeres Risiko

Auch wenn Anleihen zumeist als sichere Anlageform gelten, so gibt es dennoch Risiken, die man als Erwerber beachten sollte. Neben dem Kursrisiko, das beim börslichen Verkauf während der Laufzeit besteht, kann auch der Anleiheschuldner (Emittent) ein Risikofaktor sein. Kann dieser die Anleihe am Ende der Laufzeit nicht oder nur teilweise zurückzahlen, trägt der Inhaber des Papiers den Schaden. Dies ist bei Staatsanleihen oder Bankschuldverschreibungen unwahrscheinlich, bei Unternehmensanleihen aber durchaus denkbar. Es gilt aber auch: Mit dem Risiko steigt die Rendite.

Steigt der Kurs, fällt die Rendite

Die meisten Anleihen werden an der Börse gehandelt und können deshalb auch jederzeit wieder verkauft werden. Je größer die Nachfrage ist, umso mehr steigt wie bei Aktien auch der jeweilige Kurs. Theoretisch kann man also mit Anleihen auch während der Laufzeit Kursgewinne oder auch Kursverluste machen. Werden Anleihen zu einem Kurs unter oder über 100 Prozent erworben, beeinflusst dies auch die Rendite. Wer zum Beispiel eine 4%ige Schuldverschreibung zu 95 Prozent kauft und diese bis zum Laufzeitende hält, hat neben der Verzinsung auch einen zusätzlichen Kursgewinn von fünf Prozent.

Grundsätzlich gilt: Kursentwicklung und Rendite von Anleihen verlaufen entgegen gesetzt proportional zueinander.

Investmentansatz aktuell

Festverzinsliche Wertpapiere gehören als Basisinvestment in jedes gut strukturierte Depot. Je nach Risikomentalität und Börsenphase kann der Anteil zwischen 30 und 80 Prozent des Gesamtkapitals betragen. Sicherheitsorientierte Anleger sollten ausschließlich Anleihen von Emittenten mit guter Bonität kaufen (Bund, Sparkassen).

Ein Renditeplus gegenüber Bundeswertpapieren lässt sich beispielsweise mit Unternehmensanleihen erzielen. Aufgrund der zumeist schlechteren Bonität des Emittenten eignen sich diese aber nur für risikobewusste Investoren. Aktuell ist es ratsam, aufgrund der höheren Rendite Anleihen mit kurzen bis mittleren Laufzeiten zu bevorzugen. Ein Mix aus Festverzinslichen mit verschiedenen Laufzeiten ist strategisch besser als nur eine Fälligkeit.

Einkommensstärkere profitieren

Einkommensstarke Besitzer von Anleihen profitieren von der Abgeltungssteuer. Ab 2009 müssen Zinserträge nämlich nicht mehr mit dem individuellen Steuersatz, sondern pauschal mit 25 Prozent (plus Solidaritätszuschlag) versteuert werden. Für Anleger mit noch vorhandenem Freistellungskontingent oder einem Steuersatz unter 25 Prozent ändert sich nichts.

Wer Kursgewinne aus Anleihen erzielt, muss künftig auch 25 Prozent Abgeltungssteuer zahlen. Die Haltedauer spielt nach der Abschaffung der Spekulationsfrist keine Rolle mehr. Ein weiterer Vorteil ist, dass ab 2009 Kapitalerträge nicht mehr in der Steuererklärung erfasst werden und somit auch nicht mehr das zu versteuernde Einkommen und damit die Steuerprogression erhöhen.

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