Anschluss erst nach sechs Wochen

Streik bei der Telekom: - Eine Woche nach Beginn des Streiks bei der Deutschen Telekom treten dessen Folgen für die Kunden immer deutlicher zutage. Doch beide Seiten bleiben hart.

München - Inzwischen gibt es nach Angaben der Gewerkschaft Verdi riesige Auftragsrückstände, und die Hotlines der Telekom sind fast nicht mehr zu erreichen. Auf Neuanschlüsse müssten die Kunden sechs Wochen warten.

Die Telekom räumte Probleme ein: "Auswirkungen sind natürlich da", sagte eine Sprecherin. Eine Nebenwirkung des Streiks sei auch, dass auch die T-Punkte genannten Läden der Telekom weniger besucht seien, da die Kunden offenbar glaubten, auch diese würden bestreikt.

Der Branchenverband Breko beklagte unterdessen Auswirkungen des Streiks auch auf die Konkurrenten der Telekom. Bei der Umschaltung von ehemaligen Telekom-Kunden zu den Wettbewerbern komme es zu Verzögerungen. Dies gelte auch für Entstörungen der von der Telekom vermieteten Leitungen auf der "letzten Meile" zu den Kunden, erklärte der Verband. Die Telekom verweigere jeglichen Schadenersatz.

Verdi setzte den Streik auch am gestrigen Feiertag auf kleiner Flamme fort. Bundesweit legten 500 Callcenter- und Service-Mitarbeiter - 100 davon in Bayern - die Arbeit nieder, wie ein Sprecher sagte. Heute sollen 7000 Telekom-Mitarbeiter in den Ausstand treten.

Bewegung bei den Tarifparteien ist nicht in Sicht. Verdi-Verhandlungsführer Lothar Schröder Gewerkschafter und Telekom-Finanzchef Karl-Gerhard Eick, die sich in fünf erfolglosen Tarifverhandlungsrunden gegenübergesessen hatten, trafen sich zu einem Streitgespräch im "ARD-Morgenmagazin". Eick betonte, er lade auf der Basis des zuletzt vorgelegten Angebots die Gewerkschaft jederzeit zur Fortsetzung der Gespräche ein. Schröder wies die Aufforderung des Konzerns nach neuen Gesprächen zurück. Zuvor müsse die Telekom ein deutlich verbessertes Angebot vorlegen, sagte der Verdi-Mann.

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