"Anteile halten, so lange es geht": Puma-Aktionäre wollen Nachschlag

- Nürnberg ­- Ulrich Neugebauer, Puma-Kleinaktionär aus Trunstadt bei Bamberg, ist fest entschlossen: "Ich werde die Aktie halten, so lange ich kann." Auf der Hauptversammlung des Sport-Konzerns am Mittwoch in Nürnberg diskutierte er mit anderen Anteilseignern intensiv über die Offerte des französischen PPR-Konzerns, der Puma übernehmen will. 330 Euro je Aktie ­ das ist zu wenig, finden die meisten. Schließlich notiert die Aktie bereits 20 Euro höher, und Analysten haben als Kursziel schon 400 Euro ausgegeben. Neugebauer: "Wie ich die Kleinaktionäre einschätze, werden die meisten nicht verkaufen."

Der Oberfranke gehört zu den Aktionären, die schon Anfang der 90er auf Puma vertraut haben, als das Unternehmen vor sich hindümpelte und die Ware auf den Ramschtischen lag. Dann trat Jochen Zeitz als Puma-Chef an und sorgte für eine atemberaubende Entwicklung: "Eine Wertsteigerung von 4300 Prozent seit 1993", rechnet Zeitz den Aktionären vor.

Jetzt glaubt Zeitz im Luxusgüter-Konzern PPR den richtigen Partner für weiteres Wachstum gefunden zu haben. "Ein strategischer Investor bringt andere Synergien als ein Finanzinvestor", sagt er. Den PPR-Chef François-Henri Pinault kenne er als "guten und vertrauenswürdigen Geschäftsmann". Über die Osterfeiertage hatte Pinault mit dem bisherigen Großaktionär und Puma-Aufsichtsrat Günter Herz den Deal ausgehandelt, dem zufolge PPR von Herz die Puma-Anteile in Höhe von 27,1 Prozent übernimmt. Erst in der Nacht zum Dienstag fiel die Entscheidung. Der Puma-Chef hält den Preis von 330 Euro, den PPR auch an Herz bezahlt, für in Ordnung ­ sonst hätte der Tchibo-Erbe als "hanseatischer Geschäftsmann" sicher nicht zugestimmt, meint Zeitz.

Nun muss die EU-Kommission das Geschäft freigeben. Die Weichen für die künftige Einflussnahme von PPR auf Puma wurden aber schon am Mittwoch mit der vorsorglichen Wahl von Pinault und zweien seiner Manager in den Puma-Aufsichtsrat gestellt. Sie sollen Herz und seine Leute später im Jahresverlauf ablösen. Eine extrem hohe Zahl von Enthaltungen bei der Abstimmung zeigte allerdings, dass die Sache vielen Aktionären zu schnell geht.

Die Aktionäre sind gewillt, das Maximale aus dem PPR-Angebot herauszuholen. Andererseits wäre auch kaum jemand in den Hallen des "Puma Brand Centers" wirklich glücklich, wenn noch eine höhere Gegenofferte etwa vom Puma- und Adidas-Konkurrenten Nike einträfe. "Die würden sicher Kapital abziehen, und die Arbeitsplätze stünden auf dem Spiel", vermutet Kleinaktionär Neugebauer. Puma-Chef Zeitz hält diese Variante für "recht hypothetisch".

So beredt er für das PPR-Angebot wirbt, so schmallippig wird Zeitz bei Fragen nach seiner eigenen Zukunft. In Medienberichten wurde bereits über eine Fortsetzung seiner Karriere im PPR-Konzern spekuliert. Sicher sei jedenfalls, dass er "auch morgen" noch Puma-Chef sein werde, lässt Zeitz die Journalisten wissen.

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