AOL: 209 Millionen für Ex-Manager

- Santa Barbara - Der Medienkonzern Bertelsmann muss zwei früheren Managern einem US-Gerichtsurteil zufolge mehr als 209 Millionen Euro Gewinnanteil aus dem Verkauf seiner Beteiligung an AOL Europe zahlen. Damit bestätigte ein Richter in Santa Barbara (US-Staat Kalifornien) ein früheres Urteil. Bertelsmann kündigte umgehend weiteren Widerstand an. Eine Millionen-Klage gegen den früheren Bertelsmann-Chef Thomas Middelhoff wies der Richter zugleich zurück.

<P>Bertelsmann-Anwalt Anthony Murray wertete das als "gutes Ergebnis" für Middelhoff. Der Richter habe weitere Ansprüche der Kläger in Höhe von 32 Millionen Dollar zurückgewiesen, sagte Ulrich Koch, Chef-Syndikus des Medienkonzerns. "Die Schlacht geht weiter", kündigte Koch an. "Selbstverständlich" werde Bertelsmann die Zahlung der über 209 Millionen Euro nicht akzeptieren. "Die Klage ist unbegründet. Sie beruht auf Lügengeschichten", betonte Koch. Das Unternehmen werde beantragen, das Urteil entweder abzumildern oder einen neuen Prozess anzuordnen, teilte die Bertelsmann AG mit.</P><P>Der Gerichtsstreit dreht sich um ein Milliardengeschäft der Bertelsmann AG auf dem Höhepunkt des Internetbooms. Der Gütersloher Konzern hatte gemeinsam mit dem US-Onlinekonzern AOL den Internetdienst AOL Europe aufgebaut und sich an AOL Deutschland beteiligt. Vor dem endgültigen Platzen der Internet-Blase hatte Bertelsmann seine AOL-Beteiligung im Jahre 2000 für 6,75 Milliarden Dollar (damals 7,5 Mrd. Euro) an den US-Partner AOL Time Warner verkauft. Die beiden früheren AOL-Deutschland-Geschäftsführer Andreas von Blottnitz und Jan Henric Buettner verlangen vor der US-Justiz einen "fairen Anteil" an dem Milliardengewinn der Gütersloher aus dem Verkauf.</P>

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