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Heimische Äpfel sind in Säften aus Konzentrat oft nicht enthalten. Stattdessen kommt das Obst dann oft aus anderen EU-Staaten oder China.

Apelsaft im Test: Auf der Suche nach dem Aroma

Apfelsaft ist der meistgetrunkene Saft in Deutschland. Doch was die Hersteller den Verbrauchern bieten, ist oft enttäuschend, wie die Stiftung Warentest herausgefunden hat.

Direktsaft oder Konzentrat

Beim Apfelsaft sind zwei Herstellungsmethoden verbreitet: Bei „Apfelsaft aus Konzentrat“ werden Äpfel im Erntegebiet zu Konzentrat verarbeitet, das später rückverdünnt wird. Oft stammt das Obst dann nicht aus Deutschland, sondern aus anderen EU-Ländern, etwa Polen. Mitunter kommen die Früchte auch aus China. Bei „Direktsaft“ werden die Äpfel frisch gepresst verarbeitet. Das bietet sich für heimische Früchte an. Der Verbraucher erkennt den Unterschied an der Aufschrift. Zudem sind fast alle naturtrüben Produkte Direktsäfte und klare Produkte aus Konzentrat hergestellt.

Mängel bei der Aromaqualität

In einer Untersuchung von 28 Direktsäften und Konzentratprodukten hat die Stiftung Warentest teils erhebliche Mängel bei der Aromaqualität festgestellt. „Verlierer mit der Note ,mangelhaft‘ sind der klare Saft Vitafit von Lidl sowie die naturtrüben von Becker’s Bester und Vorlo“, lautet das Fazit der Zeitschrift „test“ (Ausgabe 9/2009). Bei dem Produkt von Vorlo sei ein Aromastoff festgestellt worden, der nur entstehe, wenn Äpfel oder Maische deutlich verdorben sind. Eine Fülle an Aromastoffen bieten laut „test“ viele naturtrübe Direktsäfte.

Fehler im Geschmack

Eine schlechte Aromaqualität muss sich nicht zwangsläufig auf den Geschmack niederschlagen. Doch auch hier schnitt das Produkt von Vorlo mit „mangelhaft“ ab. Der Saft schmeckte den Verbraucherschützern zufolge „stark nach überreifen Äpfeln, vor allem aber mostig-gärig“. Negativ seien auch Becker’s Bester und der naturtrübe Lidl-Saft aufgefallen. Beide hätten in Geruch und Geschmack an andere Früchte als Äpfel erinnert.

Viel Zucker, kaum Vitamin C

Alle untersuchten Säfte lieferten pro Glas (200 Milliliter) 100 Kilokalorien – etwa so viel wie Orangensaft oder auch Cola. Dies sei vor allem auf den fruchteigenen Zucker zurückzuführen, schreiben die Experten. Wer es leichter mag, kann Apfelsaft mit Mineralwasser zur Schorle mischen. Anders als Orangensaft enthält Apfelsaft kaum Vitamin C. Bei den getesteten naturtrüben Produkten hatten die Hersteller oft Ascorbinsäure zugegeben – entweder als Antioxidationsmittel, das Geschmack und Farbe bewahren soll, oder als Vitamin C, um die Vitaminmenge zu steigern.

mm

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