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Der später Frost mitten in der Blütezeit im April setzt vielen Apfelbauern zu. Foto: Patrick Seeger/Archiv

Frost zur Blütezeit

Apfelbauern rechnen mit deutlich geringerer Ernte

Kalte Nächte im April - Apfelbauern in den wichtigen Anbaugebieten am Bodensee und im Alten Land erwarten deswegen nun massive Schäden. Die Landwirte rechnen mit einer deutlich geringeren Ernte.

Ravensburg (dpa) - Frostige Temperaturen ausgerechnet zur Blütezeit bescheren den Landwirten in wichtigen Apfelanbaugebieten Deutschlands eine deutlich niedrigere Ernte.

Das Kompetenzzentrum Obstbau-Bodensee in Ravensburg (KOB) geht von einem Rückgang von 63 Prozent gegenüber dem Vorjahr aus. Das entspräche rund 86 000 statt 231 300 Tonnen, sagte Geschäftsführer Manfred Büchele. Bei den Sorten Jonagold und Red Jonaprince könne es sogar einen Verlust von 90 Prozent geben.

Auch in anderen Orten Baden-Württembergs verdirbt der späte Frost mitten in der Blütezeit im April vielen Landwirten die Ernte. Auf Grundlage erster Schätzungen von Mitte Juli geht das Statistische Landesamt davon aus, dass nur rund eine Million Dezitonnen (100 000 Tonnen) zusammenkommen. Das wäre die geringste Menge seit 30 Jahren, wie die Behörde unlängst mitteilte - obwohl die Anbaufläche in den vergangenen Jahren sogar noch gewachsen ist. Im Vorjahr waren es 2,8 Millionen Dezitonnen.

Im Alten Land kam zum Frost im Frühjahr auch noch Hagel im Sommer - das teils extreme Wetter hat den Apfelbäumen dort schwer zugesetzt. Die Obstbauern in der Region Niederelbe erwarteten Erträge von rund 200 000 Tonnen - etwa ein Drittel weniger als vor einem Jahr, wie das Landvolk Niedersachsen kürzlich in Hannover mitteilte. Das Landvolk erwartet steigende Preise für die Verbraucher.

Trotz des erwarteten Ernteeinbruchs dürfte die Region Niederelbe mit dem Alten Land als Kern - laut Landvolk das größte geschlossene Obstanbaugebiet Nordeuropas - sogar noch glimpflich davonkommen. Bundesweit gehe die Agrarmarkt-Informations-Gesellschaft AMI von einem Ernterückgang um 46 Prozent auf rund 550 000 Tonnen Äpfel aus. Die EU-Apfelernte soll den Angaben zufolge um ein Fünftel auf voraussichtlich 9,3 Millionen Tonnen sinken. Ein Grund: Die für die Bestäubung zuständigen Insekten flogen wegen des kühlen Wetters im Frühjahr lediglich an wärmeren Tagen.

Der Bodensee und das Alte Land in Hamburg und Niedersachsen zählen zu den wichtigsten Anbaugebieten für Äpfel in Deutschland. Am Bodensee werden derzeit bereits erste frühe Sorten wie etwa Delbarestival gepflückt. Die Ernte der Hauptsorten startet im September.

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