Apotheken: Kaum ein Medikament auf Rezept unter 10 Euro

- Die Gesundheitskosten sollten deutlich sinken. Das war ein Ziel der Gesundheitsreform. Das traf auch ein - für die Krankenkassen. Die Patienten aber werden seit Jahreswechsel - auch in der Apotheke - kräftiger zur Kasse gebeten als vorher.

<P><P>Da ist zum einen die Zuzahlung: Zehn Prozent sind grundsätzlich zu zahlen. Mindestens fünf, höchstens zehn Euro. Lediglich bei Medikamenten, die weniger als 5 Euro kosten, wird der tatsächliche Preis verlangt. Das Dumme daran: Solche - verschreibungspflichtigen - Medikamente gibt es durch die Gesundheitsreform nicht mehr. <P>Denn statt der bisher umsatzabhängigen Vergütung der Apotheker wird ein Einheitssatz gezahlt. 8,10 Euro (plus 3 % vom Einkaufspreis plus Mehrwertsteuer) darf die Apotheke nun pro Medikament (auf Rezept) draufschlagen (unabhängig von Preis und Packungsgröße). "Selbst wenn wir ein Präparat kostenlos abgeben würden", rechnet der Generika-Hersteller Ratiopharm, "läge der Preis dieses Arzneimittels bei 9,40 Euro." Das bedeutet: Es gibt von wenigen Ausnahmen abgesehen kein Medikament mehr auf Rezept unter 10 Euro. <P>Medikamente, die bisher bisher unter 28,50 Euro gekostet haben, werden teurer. Dies schlägt vor allem bei besonders preisgünstigen Medikamenten für unter vier Euro durch (nach Erhebungen der AOK Bayern sind das 9 % der verschreibungspflichtigen Mittel): Eine Schachtel des Beruhigungsmittels Diazepam war bisher bereits für 60 Cent zu haben. Jetzt bekommt der Apotheker dafür 9,76 Euro. Der Patient zahlt also volle 5 Euro Zuzahlung. <P>Teure Medikamente dagegen werden billiger. So kostet das Aids-Medikament Novir statt 747 nur noch 570 Euro. Doch davon hat der Patient unmittelbar recht wenig. Er zahlt 10 Euro Zuzahlung (bisher 4 Euro). <P>Allerdings werden die gesenkten Kosten durch Beitragsentlastungen für alle Versicherten spürbar. Preisdämpfend soll auch wirken, dass es nun für Apotheken attraktiver wird, kleinere Packungen oder günstigere Varianten des gleichen Medikaments zu verkaufen. Was aber kann man als Patient tun, um Geld zu sparen? Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob es sinnvoll sein kann, bei Medikamenten, die man dauerhaft braucht, auf größere Packungen auszuweichen. Das senkt die Zuzahlung. Fragen Sie den Arzt auch, ob es ein vergleichbares Medikament mit geringerer Wirkstoffkonzentration auch rezeptfrei gibt. Dies ist bei verschiedenen Wirkstoffen der Fall. Dies muss zwar dann voll von Ihnen bezahlt werden. Da die Preise für solche Medikamente aber nun freigegeben sind, können diese aber erheblich günstiger sein. Bei Medikamenten, die zwischen 50 und 100 Euro kosten, beträgt die Zuzahlung 10 %. Vor allem in diesem Bereich sollten Sie auf die möglichst preisgünstigste Variante eines Medikaments drängen. Quittungen sammeln: Alle Zuzahlungen (mit Praxisgebühr etc.) sind auf 2 % (bei chronisch Kranken 1 %) des Einkommens begrenzt. Wenn man 6000 Euro Rente im Jahr bekommt, sind das zum Beispiel 120 Euro im Jahr. Darüber gibt`s von der Kasse eine Befreiungsbescheinigung. <P></P>

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