Die Apothekenkasse warnt, wenn Medikamente sich nicht vertragen

- Starnberg - "Die Apotheke wird zum Gesundheitszentrum." Detlef Graessner ist von dieser Entwicklung überzeugt. Der Gründer und geschäftsführende Gesellschafter des Starnberger Unternehmens Pharmatechnik GmbH & Co. KG arbeitet seit mehr als zwei Jahrzehnten daran mit, die Tätigkeit von Apotheken zu revolutionieren.

<P>Pharmatechnik liefert komplette Hardware und Software an Apotheken - für alle Aufgaben, bis hin zur Kasse. In einem Markt mit mehr als 320 000 Arzneimitteln und Artikeln erweist sich Computer-Hilfe immer mehr als sinnvoll. Will ein Kunde etwa zwei Medikamente kaufen, die sich nicht miteinander vertragen, wird ein Warnhinweis angezeigt. Nach Graessners Überzeugung kann eine Apotheke mit ausgefeilter EDV deutlich wirtschaftlicher geführt werden.</P><P>Von 500 Mitarbeitern sind 140 in der Starnberger Zentrale tätig, die übrigen 360 in 13 Geschäftsstellen in ganz Deutschland. Inzwischen deuten sich wesentliche Veränderungen im Apothekenmarkt an. Neue Angebotszweige werden erschlossen - von Blutdruck- und Cholesterinmessungen bis zu Sauerstoff-Therapien und Ernährung. Selbst den Verleih von Babywaagen, Rollstühlen oder Krücken haben sich etliche Apotheken angegliedert. Pharmatechnik unterstützt das mit spezieller Software, etwa für den Verleih oder für Zusatzverkäufe. Seit der studierte Ingenieur Graessner, der zehn Jahre bei Siemens war, sein Unternehmen 1978 gegründet hat, ist es zu einem der stärksten Anbieter dieser Art in Deutschland geworden.</P><P>Zu den Besonderheiten gehört, dass Geräte und Programme vermietet werden. Das bedeutet für Kunden eine gesicherte Kalkulationsbasis, für Pharmatechnik gesicherte Einnahmen. "Wir arbeiten nicht mit Fremdkapital", sagt Graessner - eine Seltenheit in der Unternehmenslandschaft.</P><P>Kunden werden darüber hinaus beraten. In einer eigenen "Akademie Dr. Graessner" werden jährlich über 800 Seminare und Kurse abgehalten. Mit einem "Managementreport" erhalten Apotheker außerdem Informationen über ihre aktuelle Lage und ihre Stellung im Wettbewerb.</P><P>Von 21 500 Apotheken in Deutschland sind fast 5000 Kunden des Unternehmens. Allein 2002 sind 232 hinzugekommen. Der über Jahre stetig gestiegene Umsatz soll weiter zunehmen, im laufenden Geschäftsjahr auf etwa 50 (Vorjahr 47) Millionen Euro. Auch mit seiner Ertragslage scheint Pharmatechnik gut dazustehen. Obwohl immer wieder Spekulationen kursieren, dass wegen erschwerter Marktbedingungen, schärferer Konkurrenz (Internet-Apotheke) und Nachfolgeproblemen eine größere Zahl von Apotheken schließen könnte, rechnet Vertriebsgeschäftsführer Werner Torns mit weiterem Wachstum.</P><P>Dazu könnte auch Software und Hardware für Zahnärzte beitragen. In diesem Zweig, der vor fünf Jahren durch Übernahme des Nürnberger Spezialisten Dentso/Spitta hinzukam, ist Pharmatechnik am Anfang. Doch für Graessner ist dies ein Zukunftsmarkt. Unter den 53 000 Zahnarztpraxen in Deutschland arbeiteten viele mit veralteter EDV. Außerdem gibt es als Randbereich ein Ärzteprogramm.</P>

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