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Die Zahl der Apotheken in Bayern ist leicht gesunken.

Apotheker fürchten Online-Konkurrenz

München - Bayerns Apotheken klagen über hohe Abschläge durch das schwarz-gelbe Arzneimittelsparpaket. Sie warnen vor einer Ausweitung des Versandhandels.

Scharf kritisieren die Apotheker vor allem die sogenannten Pick-up-Stellen in Drogeriemärkten. Hier können Patienten Arzneimittel, die sie zuvor bei einer Versandapotheke bestellt haben, zu den Ladenöffnungszeiten abholen. „Durch die Pick-up-Stellen droht den Apotheken ein gefährlicher Verdrängungswettbewerb“, sagt Hans-Peter Hubmann, Vorsitzender des bayerischen Apothekerverbands.

Auch die Bundesregierung wollte die umstrittenen Abholstellen in Drogerien abschaffen. „Wer werden die Auswüchse beim Versandhandel bekämpfen, indem wir die Abgabe von Arzneimitteln in den sogenannten Pick-up-Stellen verbieten“, heißt es im schwarz-gelben Koalitionsvertrag. Bisher ist allerdings nichts passiert. Einen Vorschlag von Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) hätten das Justiz- und das Innenministerium aus rechtlichen Gründen abgelehnt, so Hubmann.

Bayerns Apotheker fürchten durch die Abholstellen neue Konkurrenz. Wenn sich das Geschäftsmodell erst mal etabliert habe, dürften auch Discounter wie Aldi einsteigen. Verbandschef Hubmann sieht jedoch noch weitere Probleme: „Durch die Abholstellen geht das Bewusstsein verloren, dass Arzneimittel etwas Besonderes sind.“ Auch die nötige Beratung könnten Versandapotheken mit Abholstellen nicht leisten. „Wir sind nicht gegen Wettbewerb – aber nicht um jeden Preis“, betonte Hubmann.

Bei den verschreibungspflichtigen Medikamenten liegt der Marktanteil der Versandapotheken bisher gerade mal bei einem Prozent. Bei den nicht verschreibungspflichtigen Arzneimitteln sind es dagegen bereits elf Prozent.

Nicht nur der wachsende Medikamentenversand im Internet bereitet den Apothekern Kopfschmerzen. Auch das schwarz-gelbe Arzneimittelsparpaket drückt die Gewinne. „Die Margen im Großhandel wurden deutlich gekürzt. Die Einschnitte werden nun an die Apotheken weitergereicht“, so Hubmann. Der Verbandspräsident rechnet daher damit, dass weitere Apotheken schließen müssen. Vor allem in Teilen Frankens sei die flächendeckende Versorgung in Gefahr. Ende 2011 gab es exakt 3386 Apotheken in Bayern – 44 weniger als noch im Vorjahr.

Steffen Habit

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