Ferdinand Dudenhöffer: Der Autoexperte traut Apple im Automarkt nicht allzu viel zu.
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Prof. Ferdinand Dudenhöffer: Der Autoexperte traut Apple im Automarkt nicht allzu viel zu.

Große Zweifel

Apple-Auto? Autopapst spricht von „Loch Ness“-Fabel - iPhone-Hersteller „hat bei Pkw null Kompetenz“ 

  • Thomas Schmidtutz
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Apple will offenbar mittelfristig in den Automarkt einsteigen. Bei den etablierten Herstellern sorgt das für Unruhe. Doch Autoexperte Prof. Dudenhöffer sieht die Pläne des iPhone-Herstellers skeptisch.

  • Um Apple ranken sich seit Jahren Gerüchte um einen möglichen Einstieg in den Pkw-Markt.
  • Doch nun könnte der iPhone-Hersteller Ernst machen.
  • Platzhirschen wie VW oder BMW sehen die Entwicklung mit Sorge.
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München – Der Autoexperte Prof. Ferdinand Dudenhöffer hat Apple die Fähigkeit zur Entwicklung eines eigenen Autos abgesprochen. Apple habe „null Kompetenz im Auto“, sagte Dudenhöffer gegenüber Merkur.de. Der iPhone-Hersteller könne „sicher gute Software liefern oder mit Autobauern an gemeinsamen Softwarelösungen für Autos arbeiten“. Aber ein eigenständiges Apple-Auto bleibe „ein Mythos“, der in Nachrichten-armen Zeiten ebenso zuverlässig auftauche, wie Meldungen über das angebliche Ungeheuer von Loch Ness, sagte der Leiter des Duisburger CAR-Instituts.

An der Börse sorgten Spekulationen über ein mögliches Apple Car zuletzt wiederholt für heftige Kursreaktionen. Erst am Freitag (8. Januar) hatten Gerüchte über eine mögliche Zusammenarbeit von Apple mit Hyundai weltweit Aufsehen erregt und die Aktie des südkoreanischen Autobauers um fast 20 Prozent nach oben getrieben.  

Apple Car: Kommt das Apfel-Auto schon 2024 auf den Markt?

Kurz vor Weihnachten hatte zudem die US-Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Insider berichtet, Apple peile für 2024 die Einführung eines autonomen Passagierfahrzeugs an. Der Konzern habe bei der Akku-Technik einen Durchbruch erzielt. Danach setze das Unternehmen auf Batteriezellen im Monocell-Design. Dabei würden die Batteriezellen verstärkt und der verfügbare Platz vergrößert. Außerdem prüfe Apple den Einsatz der Lithium-Eisenphosphat-Technologie. LFP-Akkus seien weniger hitzeempfindlich als herkömmliche Lithium-Ionen-Akkus, hieß es in dem Bericht.

Dudenhöffer sieht die Berichte jedoch mit großer Skepsis. Ein Apple-Auto sei „wenig realistisch“, sagte er. Apple fehle es am nötigen Know-how. Er könne sich nicht vorstellen, dass Apple bei Themen wie Fahrwerk, effiziente Elektroantriebe oder nächste Batteriegeneration „mehr drauf“ habe als Tesla oder andere Hersteller, sagte Dudenhöffer. Kooperationen in Teilbereichen seien aber durchaus möglich. Dies gelte etwa für eine Zusammenarbeit bei Software-Projekten wie bei Waymo. Die Google-Tochter lockt Hersteller bei der Entwicklung zum automatisierten Fahren.

Apple Car: Spekulationen um Einstieg bei großem Autobauer

Auch Spekulationen über mögliche Zukäufe des milliarden-schweren Tech-Giganten hält Dudenhöffer für unwahrscheinlich. Einen möglichen Einstieg bei einem großen Hersteller wie Daimler träfe bei Finanzinvestoren wohl kaum auf Gegenliebe. „Da würde viel Geld verbrannt“.  Zudem dürfte ein solcher Schritt bei Apple für einen Kursrückschlag sorgen, sagte der Autoexperte.

Mit einer Börsenbewertung von umgerechnet rund 1822 Milliarden Euro ist das Unternehmen aus Cupertino gut zehn Mal so viel wert, wie die deutschen Autobauer BMW, Daimler und VW zusammen. Angesichts der immensen Finanzkraft sorgt das bei vielen Herstellern für Unbehagen. „Die unglaubliche Bewertung und der praktisch unbegrenzte Zugang zu Ressourcen nötigen uns großen Respekt ab“, hatte VW-Chef Herbert Diess Ende Dezember mit Blick auf Apple oder Tesla in einem Interview mit Bloomberg gesagt.

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