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Apple-Chef Tim Cook.

"Geschenk Gottes"

Apple-Chef Tim Cook: "Stolz, schwul zu sein"

Cupertino - Ein Geheimnis aus seiner sexuellen Orientierung hat Tim Cook nie wirklich gemacht, doch jetzt hat sich der Apple-Chef quasi offiziell als schwul geoutet - aus einem guten Grund.

Ich bin stolz, schwul zu sein“, schrieb der 53-Jährige in einem Beitrag für das amerikanische Wirtschaftsmagazin „Businessweek“. Schwul zu sein, sei eines der "größten Geschenke", die Gott ihm gemacht habe. Er habe sich nie wegen seiner Sexualität versteckt, viele Kollegen bei Apple wüssten das bereits, schrieb Cook. Allerdings hatte er sich bisher nie öffentlich dazu geäußert oder dazu bekannt - "bis jetzt". Er hoffe, dass sein Schritt anderen helfen oder sie inspirieren könne. Das sei wichtiger, als sein Wunsch auf Privatsphäre. „Wir ebnen zusammen den sonnenbeschienenen Weg zur Gerechtigkeit, Stein für Stein. Das ist mein Stein.“

Er kündigte an, dass sich Apple für die Gleichberechtigung von Schwulen, Lesben und anderen Gruppen einsetzen werde. „Wir werden weiter für unsere Werte kämpfen“, schrieb er, „und ich werde mich persönlich weiterhin für die Gleichberechtigung aller einsetzen“.

Homosexuell zu sein habe ihm ein "besseres Verständnis" dafür gegeben, was es bedeute, einer Minderheit anzugehören, bekannte Cook. Seine Homosexualität habe ihm auch eine dicke Haut wie die eines Nashorns' wachsen lassen. Die sei ihm allerdings auch als Chef von Apple nützlich, schrieb Cook, der seit 16 Jahren für den US-Elektronikriesen arbeitet. Er rückte nach dem Tod des Apple-Gründers Steve Jobs im August 2011 an die Spitze des Konzerns. Die Unternehmenskultur bei Apple sei besonders offen. „Nicht alle haben so viel Glück“, schrieb Cook.

Coming-Out von Spitzen-Managern ist selten 

Cook steht mit seinem Coming-out nicht die alleine da. Doch Führungspersonen in der Wirtschaft, die offen schwul oder lesbisch leben, sind immer noch selten. Bei den größten börsennotierten US-Unternehmen gebe es zwar einige homosexuelle CEOs, schrieb der Journalist James Stewart im Sommer für die „New York Times“. Doch keiner von ihnen habe sich öffentlich zu seiner sexuellen Orientierung äußern wollen.

Etliche dürften sich vor den Folgen gefürchtet haben. Als John Browne, der Chef des Ölkonzerns BP, von der Zeitung „The Mail on Sunday“ im Jahr 2007 als schwul beschrieben wurde, legte er daraufhin sein Amt nieder. „Leider gab es einige Leute, vor allem aus der Wirtschaft, die mir danach nie wieder menschliche Wärme haben spüren lassen“, schrieb Browne später in einem Buch.

Aus Angst vor dem Coming-out fehlen Vorbilder für schwule und lesbische Führungskräfte. „Das ist genau das Problem“, sagt René Behr. Er ist Vorstandsvorsitzender des Völklinger Kreises, einem Netzwerk schwuler Führungskräfte. „Wenn die Rollenmodelle nicht da sind, ist die eigene Angst groß.“ Das Versteckspiel koste schwule und lesbische Mitarbeiter Kraft, etwa wenn sie nicht wie alle anderen von Wochenend-Unternehmungen mit dem eigenen Partner erzählen können.

In der Politik ist das - zumindest in Deutschland - mittlerweile anders. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit machte 2001 den Anfang mit seinem Ausspruch „Ich bin schwul, und das ist auch gut so“. Inzwischen produziert die sexuelle Orientierung eines Politikers in der Regel keine großen Schlagzeilen mehr. Allerdings ticken gerade im amerikanischen Süden, aus dem Tim Cook stammt, die Uhren noch anders.

dpa/afp

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