Schock für Apple

Steve Jobs nimmt wieder Auszeit

Cupertino -Apple-Chef Steve Jobs muss wegen einer Krankheit kürzertreten. Der 55-Jährige nannte keine konkreten Gründe oder einen erwarteten Zeitraum für seine Abwesenheit.

Steve Jobs zieht sich erneut aus dem Tagesgeschäft des kalifornischen Technologiekonzerns Apple zurück und gibt Rätsel über seinen Gesundheitszustand auf. Er nehme sich eine Auszeit, bleibe aber Vorstandsvorsitzender und sei an wichtigen Entscheidungen beteiligt, hieß es am Montag in einer knappen Mitteilung an die Angestellten.

Kronprinz Cook übernimmt Tagesgeschäft

Das Tagesgeschäft werde allerdings fortan von Geschäftsführer Tim Cook übernommen. Jobs wolle sich auf seine Gesundheit konzentrieren. “Ich liebe Apple sehr und hoffe zurück zu sein, sobald ich kann“, schrieb Jobs. Weitere Details wurden nicht bekannt. Ein Unternehmenssprecher beantwortete Fragen zu Jobs' Gesundheit und Aufenthaltsort nicht, sondern verwies auf die offizielle Mitteilung. Darin heißt es, Jobs und seine Familie wären dankbar, wenn ihre Privatsphäre respektiert würde. Jobs ist für Apple so wichtig wie kaum ein anderer Vorstandsvorsitzender für sein jeweiliges Unternehmen.

US-Feiertag verhindert Kursrutsch

Der Zeitpunkt der Mitteilung scheint deshalb wohlkalkuliert: Am Montag hatte die Börse wegen des Martin-Luther-King-Tags geschlossen, was die Apple-Aktie vermutlich vor einem Kurssturz bewahrte. Die Märkte hatten in der Vergangenheit immer wieder nervös auf Spekulationen über Jobs' Gesundheit reagiert.

Bauspeicheldrüsenkrebs und Lebertransplantation

Bereits 2004 hatte sich der Unternehmensgründer wegen Bauchspeicheldrüsenkrebs vorübergehend zurückgezogen. Er litt an einer seltenen Form der Krankheit, die heilbar war. Als er den Krebs besiegt hatte, kehrte er zurück. Im Jahr 2009 fiel er wegen einer Lebertransplantation erneut für ein halbes Jahr aus. Die Öffentlichkeit wurde über seine Krankheiten immer erst im Nachhinein aufgeklärt.

Beide Male hatte Cook vorübergehend die Leitung übernommen. Er ist seit 1998 in Cupertino, nach seinem ersten Einsatz als Interimschef 2004 wurde er zum Vorstand für das Operative Geschäft (COO) ernannt. Vielen Beobachtern gilt er als Jobs' Kronprinz. Seit seiner Rückkehr zu Apple 1997 nach zwölfjähriger Abwesenheit baute Jobs das Unternehmen von einem Nischenanbieter zu einem führenden Konzern mit stilbildenden Geräten und Anwendungen aus.

Apple wurde zum dominierenden Anbieter tragbarer Musikabspielgeräte, stieg erfolgreich ins Handygeschäft ein und machte mit dem iPad eine neue Art von tragbaren Computern bekannt. Es gibt kaum jemanden, der den Erfolg nicht mit dem Namen Jobs' verbindet.

Von Jessica Mintz

Rubriklistenbild: © ap

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Aldi hat den Traum-Swimming-Pool im Angebot - doch er hat einen großen Nachteil
Der Discounter Aldi hat seit einigen Tagen einen Aufstell-Pool im Angebot. Steht einem heißen Sommer mit Abkühlung im Garten also nichts mehr im Weg, oder?
Aldi hat den Traum-Swimming-Pool im Angebot - doch er hat einen großen Nachteil
Ermittler greifen im Abgasskandal gegen Top-Manager durch
Im Abgasskandal geht die Justiz hart gegen VW-Spitzenpersonal vor. Audi-Chef Stadler muss wegen Verdunklungsgefahr in U-Haft. Die umfangreichsten strafrechtlichen …
Ermittler greifen im Abgasskandal gegen Top-Manager durch
Krebs durch Glyphosat? US-Prozess gegen Monsanto beginnt
San Francisco (dpa) - Der jüngst vom Bayer-Konzern übernommene Saatgutriese Monsanto muss sich erstmals vor einem US-Gericht wegen angeblich verschleierter Krebsrisiken …
Krebs durch Glyphosat? US-Prozess gegen Monsanto beginnt
China wirft USA Start von Handelskrieg vor
Geht es nach Donald Trump, sollen die Hälfte aller chinesischen Einfuhren mit Strafen belegt werden. Peking will Vergeltung üben - ist ein folgenschwerer Konflikt noch …
China wirft USA Start von Handelskrieg vor

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.