Apple: Der iPhone-Hersteller will seine Entwickler-Kapazitäten in Deutschland kräftig ausweiten.
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Apple: Der iPhone-Hersteller will seine Entwickler-Kapazitäten in Deutschland kräftig ausweiten.

„Europas größter Entwicklungsstandort“

Apple plant Milliarden-Investment in München: Konzern wertet Standort erheblich auf

  • Thomas Schmidtutz
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Apple wertet den Entwicklungsstandort Deutschland weiter auf. In München soll eine riesige Zentrale her - der Konzern nimmt dafür richtig Geld in die Hand.

München – Der US-Technologie-Riese Apple will sein Engagement in Deutschland erheblich ausbauen. Bis 2023 will der iPhone-Hersteller eine Milliarde Euro in München investieren, kündigte der Konzern am Mittwoch an. Nach den Planungen sollen die bestehenden Forschungs- und Entwicklungsabteilungen in München zum Europäischen Zentrum für Chip-Design aufgewertet werden, hieß es von Seiten des iPhone-Herstellers.

München ist bereits jetzt Apples größtes Entwicklungszentrum in Europa. Nach eigenen Angaben beschäftigt das Unternehmen knapp 1.500 Ingenieure in der bayerischen Landeshauptstadt. Sie kümmern sich vor allem um die Verbesserung der Energie-Effizienz der Halbleiter und damit längere Akku-Laufzeiten sowie Anwendungsprozessoren und drahtlose Technologien. 

Apple: Konzern schafft hunderte neuer Arbeitsplätze

In den kommenden Jahren will das Unternehmen in München hunderte zusätzliche Entwickler einstellen. Außerdem soll das Geld in neue Labore sowie den Bau eines neuen Gebäudes fließen. Apple baut für sein Cellular-Team in der Münchner Karlstraße, Ecke Denisstraße eine neue, 30.000 Quadrameter große Zentrale. Es soll die Möglichkeiten der 5G-Technologie weiter ausschöpfen und werde „Europas größter Entwicklungsstandort für mobile drahtlose Halbleiter und Software sein“, erklärte das Unternehmen.

Apple: Energie-Effizienz immer wichtiger

In den vergangenen Jahren hat das Thema Energie-Effizienz in der gesamten Industrie weiter an Bedeutung gewonnen. Alleine Apple hat den Energie-Verbrauch seiner Halbleiter in den vergangenen zehn Jahren nach eigenen Berechnungen um 70 Prozent reduziert. An den Fortschritten hatten die Münchner Entwickler einen entscheidenden Anteil. Auch bei der Entwicklung des im vergangenen Herbst vorgestellten M1-Chips für Mobil-Rechner waren die Münchner Apple-Spezialisten maßgeblich beteiligt. Der M1 im MacBook Pro gilt als besonders schnell und energie-effizient und ermöglicht so Akku-Laufzeiten von 18 bis 20 Stunden.

Konzern-Chef Tim Cook sagte, er sei sehr gespannt darauf, „was unsere Ingenieurteams in München noch alles entdecken werden – von der Erforschung neuer Möglichkeiten in der 5G-Technologie bis hin zu einer neuen Generation von Technologien, die noch mehr Leistung, Geschwindigkeit und Konnektivität ermöglichen werden“.

Apple hatte sein Bavarian Design Center 2015 eröffnet. Im Sommer 2019 übernahm der Konzern zudem die Mobilfunk-Modem-Sparte des Chip-Giganten Intel in Nabern bei Kirchheim unter Teck. Inzwischen arbeitet rund die Hälfte von Apples globalem Power Management Design-Team in Deutschland.

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