Ein iPhone 12 (l) und ein iPhone 12 Pro stehen in einem Apple Store auf einem Tisch. Der verzögerte Marktstart des iPhone 12 hat am 30.10.2020 Apple einen Gewinnrückgang im vergangenen Quartal beschert.
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Flaggschiffe: Das neue iPhone 12 (li.) und das iPhone 12 Pro 4dürften bei Apple für sprudelnde Gewinne sorgen.

Umfassende Ermittlungen eingeleitet

Apple: So viel verdient der Konzern an jedem iPhone 12 Pro – Bestechungsvorwurf gegen weltweiten Sicherheitschef

  • Thomas Schmidtutz
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Apple geht mit einer rund-erneuerten Produktpalette ins Weihnachtsgeschäft. Vor allem das neue iPhone 12 dürfte die Gewinne beflügeln, wie ein Blick auf die Hardware-Kosten zeigt.

  • Wegen der Corona-Pandemie hat Apple sein neues iPhone in diesem Jahr erst mit Verzögerung an den Start geschickt.
  • Doch pünktlich zum wichtigen Weihnachtsgeschäft ist der Konzern nun lieferfähig.
  • Das dürfte den Kaliforniern einen satten Gewinnsprung sorgen.
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München – Der Tech-Riese Apple* ist eine Gewinnmaschine. Alleine im gerade abgelaufenen Geschäftsjahr haben die Kalifornier weltweit knapp 221 Milliarden Dollar Umsatz gemacht und einen operativen Gewinn von 66,3 Milliarden Dollar. Das entspricht einer operativen Marge von 24,1 Prozent. Davon können die meisten Hardware-Hersteller nur träumen.

Aber Apple weiß, wie man Begehrlichkeiten weckt und lässt sich dafür ordentlich bezahlen. Das zeigt auch ein Blick auf das aktuelle iPhone*. Nach einer Übersicht der japanischen Wirtschaftszeitung Nikkei in Zusammenarbeit mit dem Marktforscher Fomalhaut Techno Solutions kosten die Komponenten im aktuellen Top-Modell iPhone 12 insgesamt 406 Dollar, umgerechnet also rund 341 Euro. Im Laden verlangt Apple für sein Flaggschiff in der Einsteiger-Version 1120 Euro.

Natürlich entspricht die Differenz von 779 Euro nicht dem tatsächlichen Gewinn von Apple. Schließlich müssen die Kalifornier noch die Kosten für Entwicklung, Software, Produktion, Logistik und das im Branchenvergleich üppige Marketing-Budget stemmen. Aber auch so dürfte je iPhone ordentlich was hängen bleiben.

Apple: Ärger mit Polizei - Bestechungsvorwurf gegen weltweiten Sicherheitschef

Unterdessen hat Apple am Konzernsitz in Cupertino Ärger mit der Polizei. Am Montag hat die Bezirksstaatsanwaltschaft von Santa Clara den weltweiten Sicherheitschef des Konzerns, Thomas Moyer, wegen versuchter Bestechung angeklagt. Danach soll der stellvertretende Polizei-Chef von Santa Clara im Sommer 2019 von Moyer 200 iPads im Gesamtwert von rund 70.000 Dollar verlangt haben. Im Gegenzug habe er Moyer zugesagt, die Anträge des Konzerns auf Ausstellung von vier Waffenscheinen für Apple-Mitarbeiter wohlwollend zu prüfen. Anders als in den meisten US-Bundesstaaten dürfen Bürger in Kalifornien Waffen in der Öffentlichkeit nur tragen, sofern sie im Besitz eines Waffenscheins sind (concealed weapons permit, CCW).

Apple wies den Verdacht der Staatsanwaltschaft entschieden zurück. Man erwarte von „all unseren Mitarbeitern volle Integrität.“ Nach Bekanntwerden der Vorwürfe habe man eine „umfassende interne Ermittlung eingeleitet.“ Dabei habe man „kein Fehlerhalten“ feststellen können.

Die Führungsspitze der Polizei von Santa Clara ist seit längerem im Visier der Ermittler. Laut Staatsanwaltschaft sollen Sheriff James Jensen und sein Stellvertreter Rick Sung in den vergangenen Jahren mehrfach Gegenleistungen für die Gewährung von Waffenscheinen gefordert haben. Anfang Januar müssen sich die beiden Polizeibeamten, Moyer sowie ein Versicherungsmakler aus der Region nun vor einem Gericht in San Jose verantworten. *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen Digital Redaktionsnetzwerks.

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