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Anleger befürchten, dass das neue Galaxy 4 von Samsung weniger erfolgreich sein wird als erwartet.

Galaxy S4

Apple-Konkurrent Samsung enttäuscht

Seoul - Selbst ein operativer Gewinn beim Elektroriesen Samsung von über sechs Milliarden Euro im zweiten Quartal enttäuscht die Investoren. Experten vermuten, dass sich das neue Smartphone von Samsung schlechter verkauft als erwartet.

Trotz des Ausblicks auf einen Quartalsgewinn in erneuter Rekordhöhe hat der südkoreanische Technologiekonzern und Smartphone-Marktführer Samsung die Erwartungen der Investoren nicht erfüllt. Wie der weltgrößte Produzent von Speicherchips, Fernsehern und Handys am Freitag in seinem Ergebnisausblick für das zweite Quartal 2013 mitteilte, erhöhte sich der operative Gewinn auf etwa 9,5 Billionen Won (6,4 Milliarden Euro). Das wäre im Jahresvergleich ein Plus von 47 Prozent. Der Markt hatte dennoch mit stärkeren Zahlen gerechnet. Maßgeblich für die Enttäuschung war aber auch die verhaltene Prognose für das Flaggschiff-Produkt Galaxy S4.

An der Aktienbörse in Seoul büßte das Samsung-Papier am Freitag 3,8 Prozent seines Werts ein. Die Aktie ging mit 1,267 Millionen Won aus dem Handel.

Die durchschnittliche Gewinnschätzung bei einer Umfrage durch die Finanznachrichtenagentur Bloomberg unter 34 Analysten hatte bei zehn Billionen Won gelegen. Zum einen erfüllt der Absatz des neuen Smartphones Galaxy S4 von Samsung nach Ansicht von Beobachtern nicht die Erwartungen. Zum anderen würden sich auch die hohen Marketingkosten für das neue Smartphone des Apple-Konkurrenten im Ergebnis niederschlagen. Samsung gibt nach Expertenschätzungen mehr als viermal sowie für Werbung aus als Apple.

Beim Umsatz erwartet Samsung für die Monate April bis Juni einen Anstieg von fast 20 Prozent auf etwa 57 Billionen Won (38,7 Milliarden Euro). Auch damit blieb Samsung hinter den Erwartungen zurück. Zum Nettogewinn machte Samsung zunächst, wie üblich bei den Ausblicken, keine Angaben. Genauere Zahlen werden am Ende dieses Monats erwartet.

Samsung hatte das Galaxy S4, das über einen größeren Bildschirm als die Vorgänger-Modelle verfügt, im April auf den Markt gebracht. Im Juni hatte Samsung mitgeteilt, dass nach etwa einem Monat seit dem Verkaufsstart weltweit mehr als zehn Millionen Stück über die Ladentheke gegangen seien - schneller als beim Galaxy S3.

Doch während Analysten in Südkorea anfangs mit einem Quartalsabsatz von rund 30 Millionen Stück gerechnet hätten, würden sie jetzt das Volumen bei 20 bis 22 Millionen Einheiten ansetzen, berichtete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap.

„Galaxy S4 ist ein Bestseller“, sagte Brian Park vom Wertpapierhaus Tongyang Securities in Seoul der Nachrichtenagentur dpa. Doch bei den Premium-Modellen werde „das Wachstum früher oder später in diesem Jahr den Höhepunkt erreichen“. Die Investoren befürchteten, dass die Marktsättigung näher rücke. Auch der Preisdruck werde bei den teuren Modellen größer. Die Gewinnmargen drohten zu sinken.

In den vergangenen Jahren waren vor allem die lukrativen Smartphones immer wieder die treibende Kraft für den Erfolg von Samsung. Im hart umkämpften Smartphone-Markt hatten die Südkoreaner im ersten Quartal dieses Jahres den Abstand zum wichtigsten Konkurrenten Apple wieder vergrößern können. Samsung verkaufte nach diversen Schätzung zwischen 68 und 70 Millionen Geräte. Apple setzte 37,4 Millionen iPhones ab.

dpa

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