Apple steigt ins Handy-Geschäft ein

- San Francisco - Getragen vom Erfolg seines Musikplayers iPod steigt Apple mit einem kompakten Alleskönner ins Handy-Geschäft ein. Firmenchef Steve Jobs stellte auf der Messe Macworld 2007 in San Francisco ein "revolutionäres" Mobiltelefon vor - das "iPhone".

Das Gerät mit dem Namen iPhone hat unter anderem einen berührungsempfindlichen Bildschirm statt einer Tastatur. Es dient auch als iPod und wird mit Musik und Videos aus iTunes befüllt. Man kann es mit dem Computer synchronisieren und für E-Mails nutzen. Zu weiteren Neuheit gehörte ein Gerät, das Musik und Filme vom PC ins Wohnzimmer bringt.

Die berührungsempfindlichen Bildschirme der Apple-Geräte sollen ganz einfach mit dem Finger gesteuert werden können, betonte Jobs. Mit der "Multitouch" genannten patentierten Technologie wolle Apple auf Tasten verzichten. "Wir werden das Telefon neu erfinden", versprach er.

Das iPhone arbeitet im Mobilfunkstandard GSM mit der Erweiterung EDGE zum schnelleren Datentransfer. Es unterstützt drahtlose Netzwerkverbingungen über Wi-Fi und Bluetooth und kann zwei Anrufer zu einer Telefonkonferenz zusammenschalten. Das Gerät arbeitet mit dem Betriebssystem OS X, kann aber sowohl mit Mac-Computern als auch mit Windows-PCs synchronisiert werden. Der Bildschirm hat eine Diagonale von 3,5 Zoll (knapp neun Zentimeter). Das 11,6 Millimeter dicke iPhone verfügt auch über eine Kamera.

Das Gerät, mit dem Apple ins Wohnzimmer vorprescht, heißt Apple TV. Es hat eine Festplatte mit 40 Gigabyte Speichervolumen und kann mit bis zu fünf PCs synchronisiert werden. Apple TV kommt im Februar in den USA für 299 Dollar in den Handel und kann mit Mac- und Windows-Computern arbeiten. Es war ursprünglich unter dem Arbeitsnamen iTV bekannt. "Wir werden heute Geschichte schreiben", hatte Jobs bereits zum Auftakt seiner Rede angekündigt.

Über den Online-Shop iTunes wurden inzwischen mehr als zwei Milliarden Songs verkauft, sagte Jobs. Zur Zeit seien es fünf Millionen Pro Tag. Die Marke von einer Milliarde Musiktiteln hatte iTunes im Februar 2006 erreicht. Man verkaufe in den USA inzwischen mehr Musik als Amazon.com und sei auf dem vierten Platz, betonte Jobs.

Seit dem Start des Downloads von TV-Serien im Herbst 2005 bei iTunes seien 40 Millionen Serienfolgen heruntergeladen worden. Der iTunes Store wird künftig auch Filme des US-Studios Paramount verkaufen. Damit wird das Angebot auf 250 Streifen steigen. Paramount hat in seiner Bibliothek Filme wie "Forrest Gump" oder "Mission: Impossible". Bisher konnte man sich bei Apple nur Disney-Kinofilme herunterladen. Davon seien seit dem Start des Angebots im vergangenen September 1,3 Millionen verkauft worden.

Jobs konnte sich auch einen Seitenhieb gegen den Musikplayer Zune von Microsoft nicht verkneifen, der als starke Konkurrenz für den iPod gesehen wurde. Der Zune habe im Start-Monat November nur einen Marktanteil von zwei Prozent gehabt gegenüber 62 Prozent für den iPod.

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