Araber öffnen Ölhahn - Preis steigt

- Hamburg - Die geplante Fördererhöhung in Saudi-Arabien hat die Ölmärkte zunächst weitgehend ungerührt gelassen. An der Londoner Rohstoffbörse stieg der Preis für ein Barrel (159 Liter) Nordseeöl der Sorte Brent am Montagnachmittag leicht auf 36,66 Dollar. Das sind 15 US-Cent mehr als vergangene Woche. Saudi-Arabien hatte am Wochenende angekündigt, ab Juni die Förderung täglich um 600 000 auf 9,1 Millionen Barrel am Tag zu erhöhen.

<P>Falls nötig wolle Saudi-Arabien sogar bis zu zwei Millionen Barrel mehr fördern, erklärte US-Energieminister Spencer Abraham nach einem Treffen mit dem saudi-arabischen Ölminister Ali Naimi. Der Durchschnittpreis für Opec-Öl war vergangene Woche noch einmal gestiegen, doch zeichnete sich zum Wochenende eine leichte Entspannung ab. Ein Barrel Öl der Opec-Länder kostete im Schnitt 37,32 Dollar, nach 36,16 Dollar in der Woche zuvor.<BR><BR>Im bisherigen Jahresverlauf betrug der Durchschnittspreis für ein Barrel Opec-Öl 31,88 Dollar. Im Gesamtjahr 2003 lag er bei 28,10 Dollar. Die Opec ermittelt den Durchschnittspreis aus sieben verschiedenen Sorten.<BR><BR>Die Finanzminister der sieben führenden Industriestaaten und Russlands hatten die Organisation Erdöl exportierender Länder am Wochenende zu einer Erhöhung ihrer Fördermengen aufgefordert. In einer Erklärung zum Abschluss eines zweitägigen Treffens der G-8-Finanzminister in New York heißt es: "Niedrigere Ölpreise würden die Weltwirtschaft fördern." Ölproduzenten müssten ausreichend Rohöl bereitstellen, damit der Ölpreis auf ein für Stabilität und Wirtschaftswachstum günstigeres Niveau sinke. </P><P>Die G-8-Minister begrüßten die Bereitschaft Saudi-Arabiens, seine Ölfördermenge zu steigern. Die Opec-Länder wollen am 3. Juni in Beirut über eine mögliche Förderanhebung beraten.<BR><BR>Die Benzinpreise in Deutschland lagen gestern unter dem Spitzenwert von rund 1,20 Euro, der vergangene Woche an den Tankstellen zu zahlen war. Wie der Marktführer Aral meldete, kostet die wichtigste Marke "Super Plus" derzeit etwa 1,18 Euro pro Liter.<BR><BR>Der Shell-Konzern hat bereits zum vierten Mal in diesem Jahr den Umfang seiner Ölreserven nach unten korrigieren müssen. Das Unternehmen erklärte, der Umfang seiner bislang als "gesichert" bewerteten Reserven müsse erneut um 103 Millionen Barrel verringert werden. Grund seien Änderungen in der Bilanzierung. Damit haben sich seit Januar die Reserven des drittgrößten Ölkonzerns der Welt um knapp 4,5 Milliarden Barrel verringert. Die US-Börsenaufsicht hat Ermittlungen gegen Royal Dutch/Shell aufgenommen.</P>

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