Britische Ölmulti BP (Aral)

Ölmulti streicht 600 Arbeitsplätze in Deutschland

Essen - Trotz schwarzer Zahlen will der britische Ölmulti BP (Aral) rund 600 Arbeitsplätze in Deutschland streichen. Aus Kostengründen würden insgesamt 260 Stellen nach Budapest verlagert.

Allein in der Konzernzentrale in Bochum soll demnach jeder sechste der rund 1.200 Arbeitsplätze wegfallen. Außerdem müssten wegen der Absatzrückgänge auf dem Benzinmarkt 340 der bislang 2.060 Stellen in der Gelsenkirchener Raffinerie des Konzerns abgebaut werden, sagte der Deutschland-Chef des Unternehmens, Uwe Franke.

Unternehmen versucht Kündigungen zu vermeiden

Das Unternehmen versuche alles, um betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden, könne dies aber nicht garantieren, sagte der Manager. Zu BP gehört auch Deutschlands größte Tankstellenkette Aral. Der britische Mutterkonzern hatte erst am Dienstag einen Milliardengewinn für das dritte Quartal präsentiert. Wegen des massiven Rückgangs der Öl- und Gaspreise war der Gewinn gegenüber dem Vorjahr allerdings um 34 Prozent auf 5,3 Milliarden Dollar gesunken.

Rückschlag für Bochum

Franke verteidigte die Einschnitte. “Wir erwarten trotz der Wirtschaftskrise in diesem Jahr schwarze Zahlen. Aber ein kluges Management schaut nach vorne. Derjenige, der in guten Jahren mit Kostendisziplin wartet, bis er in den roten Zahlen ist, gehört gefeuert“, wurde Franke zitiert.

“Der treibende Faktor sind allein die Kosten.“ Der Konzern überprüfe sehr genau, ob die Beschäftigten in Ungarn ihren Job so gut erledigten wie die Mitarbeiter in Deutschland. Doch sei man sehr beeindruckt von der Leistungsfähigkeit der ungarischen Mitarbeiter.

Für Bochum ist die Ankündigung des Managers ein neuer Rückschlag. Erst im vergangenen Jahr hatte der Handy-Hersteller Nokia sein Werk in der Ruhrgebietsstadt geschlossen und die Produktion ins Billiglohnland Rumänien verlagert

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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