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Arbeitnehmer entsetzt über massiven Abbau bei der Allianz

- München - Nach monatelangem Zittern haben die Mitarbeiter des Allianz-Konzerns jetzt die bittere Gewissheit: 7500 Arbeitsplätze werden abgebaut, davon 5000 bei Deutschlands größtem Versicherer und 2500 bei dessen Tochter, der Dresdner Bank. Der Konzernsitz München kommt dabei vergleichsweise glimpflich weg, hier sollen 500 Arbeitsplätze im Versicherungsbereich wegfallen.

Am schlimmsten trifft der von Vorstandschef Michael Diekmann verordnete radikale Konzernumbau den Standort Köln mit derzeit knapp 1300 Beschäftigen, der im Jahr 2008 komplett geschlossen werden soll. Auch vom Standort Frankfurt mit seinen 1650 Mitarbeitern dürfte nicht allzu viel übrig bleiben. Insgesamt macht der Versicherungskonzern jeden zweiten seiner 21 Standorte in Deutschland dicht.

Die Betriebsräte der Allianz zeigten sich entsetzt und erschüttert über die Einschnitte. "Wir bedauern es, dass sich die Allianz in die Konzerne einreiht, die trotz Milliardengewinnen Standorte schließen und Tausende von Arbeitsplätzen vernichten", erklärte der Konzernbetriebsratsvorsitzende Norbert Blix mit Blick auf den für dieses Jahr angekündigten Rekordgewinn von 4,9 Milliarden Euro. Auf Mitarbeiterversammlungen sprachen Mitarbeiter sogar von einer "Riesenschweinerei".

Auch in München ist die Stimmung in der Belegschaft aufgeheizt, berichtete Lutz Steinhardt, Gesamtbetriebsratschef der Allianz-Versicherungs AG. Auch wenn der Abbau in München mit 500 noch moderat ausfällt, werde der Radikalumbau dafür sorgen, "dass keiner seinen alten Arbeitsplatz behält, kein Stein bleibt auf dem anderen", so Steinhardt. In den kommenden Wochen stünden Betriebsversammlungen an allen Allianz-Standorten an. Auch Arbeitskampfmaßnahmen seien nicht ausgeschlossen, heißt es nun auch von Betriebsratsseite, nachdem am Vortag die Gewerkschaft Verdi schon mit Streiks gedroht hatte.

Die Arbeitnehmervertreter sind auch deswegen erzürnt, weil der angekündigte Abbau von 5000 sich auf Vollzeitstellen bezieht. Durch die hohe Teilzeitquote seien weitaus mehr Menschen von den Maßnahmen betroffen als Stellen wegfallen würden.

Die Allianz streicht bis zum Jahr 2008 rund 5000 der knapp 31 000 Stellen (auf Vollzeitbasis), zusätzlich zu den bereits bekannt gegebenen 700 Arbeitsplätzen, die abgebaut werden. Bei der Dresdner Bank sind es 2500, 2000 davon in Deutschland. Ein Sozialplan ist bereits vereinbart.

Durch den Konzernumbau will die Allianz allein im Versicherungsgeschäft ab dem Jahr 2009 jährlich 500 bis 600 Millionen Euro einsparen. Im Gesamtkonzern soll es fast eine Milliarde sein.

"Wir haben uns die Entscheidung alles andere als leicht gemacht, gerade weil wir wissen, dass davon persönliche Schicksale betroffen sind", sagte der Vorstandsvorsitzende der Allianz Deutschland AG, Gerhard Rupprecht, der zudem von "schmerzlichen, aber notwendigen Schritten" sprach. Die Allianz habe allein in den vergangenen vier Jahren eine Million Kunden verloren, warb auch Firmensprecher Lothar Landgraf um Verständnis für die Einschnitte. Zudem profitierten auch die Kunden davon, wenn der Konzern wettbewerbsfähiger aufgestellt sei, zum Beispiel über bessere Gewinnbeteiligungen. Zudem könne auch der Marktführer Allianz nicht einfach dem schleichenden Verlust von Kunden und Marktanteilen tatenlos zusehen. Es sei besser, jetzt aus einer Position der Stärke heraus die Strukturen zu verbessern, als in fünf oder zehn Jahren vielleicht gar nicht mehr handeln zu können.

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