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Arbeitnehmer-Haftung: Wenn Kaffee den PC lahmlegt

Fehler im Arbeitsalltag können teure Folgen haben. Rechtlich ist das Thema Arbeitnehmerhaftung sehr vielschichtig.

Wer zahlt den Schaden an einem Dienstwagen, wer übernimmt die Kosten für die Tastatur, wenn Kaffee darüber geschüttet wurde? Solche Fragen lassen sich meist nicht pauschal beantworten, erklärt die DAS Rechtsschutzversicherung in München. Es kommt darauf an, ob und in welchem Ausmaß fahrlässig bzw. vorsätzlich gehandelt wurde. Anders als sonst üblich muss der Arbeitgeber die Schuld des Arbeitnehmers nachweisen. Daher sollten betroffene Mitarbeiter keine Schuldanerkenntnis unterschreiben.

Keine Haftung

Ein leichtes Fehlverhalten liegt vor, wenn das Missgeschick am Arbeitsplatz „jedem hätte passieren können“. Etwa der Fall des versehentlich über ein Laptop verschütteten Getränks oder die Kellnerin im Restaurant, die stolpert und ihr das Tablett samt Geschirr auf den Boden knallt. In solchen Fällen muss der Arbeitnehmer laut DAS-Rechtsexpertin Anne Kronzucker nicht haften.

Teilweise Haftung

Von mittlerer Fahrlässigkeit spricht man, wenn der Arbeitnehmer die gebotene Sorgfalt außer Acht lässt, obwohl vorhersehbar ist, dass etwas passieren kann. Beispiel: Ein Mitarbeiter versäumt beim Kopieren, die Klammern von den Unterlagen zu entfernen. Papierstau, Ausfall des Gerätes, Kundendienst – das sind die Folgen, die bei Sorgfalt leicht vermeidbar gewesen wären. Das kann zu einer Teilhaftung des Arbeitnehmers führen. Die Kosten werden nach sogenannten Billigkeitsgrundsätzen aufgeteilt. Diese hängen unter anderem von der Höhe des Schadens und der Höhe des Gehalts des Mitarbeiters ab. Zudem ist zu klären, wie gefährlich die Arbeit ist, ob der Arbeitgeber das Risiko etwa durch eine Betriebshaftpflichtversicherung hätte abdecken müssen. Wäre ein Versicherungsschutz üblich gewesen, muss der Arbeitnehmer nur für die fiktive Selbstbeteiligung einstehen, erklärt die Juristin.

Volle Haftung

Grob fahrlässig verhält sich jemand, der seine Sorgfaltspflicht in ungewöhnlich hohem Maß verletzt. Das heißt: Wer Vorsichtsmaßnahmen ignoriert, deren Notwendigkeit jedem hätte einleuchten müssen. Beispiel: Wenn jemand gegen ausdrückliche Weisung oder unter Alkoholeinfluss einen Schaden anrichtet. Auch der Rotlichtverstoß eines Berufsfahrers gilt als grob fahrlässig. Allerderings sieht die Rechtsprechung Höchstgrenzen für den finanziellen Schadenersatz vor, um den Angestellten nicht zu ruinieren. Diese betragen in der Regel drei bis vier Monatsgehälter.

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